Derviş-Cemal-Ocak – Alevitische Aufstände, die Babāʾī und die Ocak-Organisation
In diesem Video behandelt Pir Rıza Yağmur umfassend die historischen Ursprünge des Derviş-Cemal-Ocak und dessen Stellung in der alevitischen Religionsgeschichte. Der Beginn des Ocak wird auf Seyit Cemal Sultan sowie auf Hacı Bektaş-ı Veli zurückgeführt, der als dessen Khalifa gilt. Derviş Cemal wird als einer der Nachkommen von Seyit Cemal Sultan vorgestellt. Auch Debatten über den Ansiedlungsprozess in Dersim werden aufgegriffen, und die inneren Zweige des Ocak, genealogische Linien sowie die Talip-Gebiete werden detailliert erläutert.
Ausgehend von den Babai-Aufständen in der Seldschukenzeit werden Verbindungen zwischen den großen Widerstands- und Aufstandsbewegungen der alevitischen Geschichte und dem Derviş-Cemal-Ocak hergestellt. Die über Anatolien verbreiteten Zweige des Ocak und ihre Siedlungsgebiete werden in ihrem historischen Zusammenhang bewertet. Historische Hinweise – etwa die Beteiligung von Hacı Bektaş’ Bruder Menteş am Aufstand, die Hinrichtung der Söhne von Seyit Kureyş oder die Rolle von Şeyh Mahmud Hayrani als einer der Vorfahren des Kureyşan-Ocak – verdeutlichen die politischen Funktionen der Ocaks, insbesondere ihren Widerstand gegen Unrecht und ihre Führungsrolle für die Bevölkerung.
Die Bedeutung anhaltender Unterdrückung in der alevitischen Geschichte seit der Umayyadenzeit wird anhand des Kampfes von Abu Muslim aus Chorasan gegen Marwan sowie der historischen Symbolik der Umayyadenmoschee in Syrien diskutiert. Pir Rıza Yağmur betont, dass das Alevitentum im Laufe der Geschichte unter unterschiedlichen Namen, jedoch stets mit derselben Wahrheitssuche hervorgetreten ist und sich immer gegen Unrecht gestellt hat. Zitate von Konfuzius ordnen diesen Kampf um Wahrheit zusätzlich in einen philosophischen Rahmen ein.
Der Unterschied zwischen den Begriffen Dede und Pir wird erneut thematisiert, wobei hervorgehoben wird, dass im Alevitentum der Pir die zentrale Rolle einnimmt. Zudem wird erläutert, dass es in Dersim nicht nur kurdische, sondern auch türkmenische (türkische) alevitische Ocaks gibt und dass infolge von Aufständen und Repressionen in der Seldschuken- und Osmanenzeit viele Ocaks in Dersim Zuflucht suchten. Im Zusammenhang mit dem Thema „Berge und Alevitentum“ werden die historischen, symbolischen und religiösen Bedeutungen erörtert, warum Propheten und Anführer des Widerstands häufig in Bergregionen in Erscheinung treten.
Das Video vermittelt darüber hinaus eine äußerst wichtige Erkenntnis zur alevitischen Geschichte: Im Dersimer Ocak-System gab es Praktiken, bei denen zuvor betreute Talip-Gemeinschaften anderen Ocaks anvertraut oder Talip-Gruppen gegenseitig ausgetauscht wurden. Die Beziehung zwischen den Derviş-Cemal- und Ağuçan-Ocaks sowie die Überlieferung, dass Derviş Cemal Sarı Saltuk in Dersim Land (ein Dorf) überlassen habe, stellen eine einzigartige Quelle zum Verständnis der inneren Dynamiken und der territorialen Organisation des Alevitentums dar.
Diese Aufzeichnung wurde am 27. Juni 2025 in den CAN-TV-Studios in Köln erstellt. Die Gespräche wurden im Rahmen des Projekts Alevi Ansiklopedisi geführt.
Ausgehend von den Babai-Aufständen in der Seldschukenzeit werden Verbindungen zwischen den großen Widerstands- und Aufstandsbewegungen der alevitischen Geschichte und dem Derviş-Cemal-Ocak hergestellt. Die über Anatolien verbreiteten Zweige des Ocak und ihre Siedlungsgebiete werden in ihrem historischen Zusammenhang bewertet. Historische Hinweise – etwa die Beteiligung von Hacı Bektaş’ Bruder Menteş am Aufstand, die Hinrichtung der Söhne von Seyit Kureyş oder die Rolle von Şeyh Mahmud Hayrani als einer der Vorfahren des Kureyşan-Ocak – verdeutlichen die politischen Funktionen der Ocaks, insbesondere ihren Widerstand gegen Unrecht und ihre Führungsrolle für die Bevölkerung.
Die Bedeutung anhaltender Unterdrückung in der alevitischen Geschichte seit der Umayyadenzeit wird anhand des Kampfes von Abu Muslim aus Chorasan gegen Marwan sowie der historischen Symbolik der Umayyadenmoschee in Syrien diskutiert. Pir Rıza Yağmur betont, dass das Alevitentum im Laufe der Geschichte unter unterschiedlichen Namen, jedoch stets mit derselben Wahrheitssuche hervorgetreten ist und sich immer gegen Unrecht gestellt hat. Zitate von Konfuzius ordnen diesen Kampf um Wahrheit zusätzlich in einen philosophischen Rahmen ein.
Der Unterschied zwischen den Begriffen Dede und Pir wird erneut thematisiert, wobei hervorgehoben wird, dass im Alevitentum der Pir die zentrale Rolle einnimmt. Zudem wird erläutert, dass es in Dersim nicht nur kurdische, sondern auch türkmenische (türkische) alevitische Ocaks gibt und dass infolge von Aufständen und Repressionen in der Seldschuken- und Osmanenzeit viele Ocaks in Dersim Zuflucht suchten. Im Zusammenhang mit dem Thema „Berge und Alevitentum“ werden die historischen, symbolischen und religiösen Bedeutungen erörtert, warum Propheten und Anführer des Widerstands häufig in Bergregionen in Erscheinung treten.
Das Video vermittelt darüber hinaus eine äußerst wichtige Erkenntnis zur alevitischen Geschichte: Im Dersimer Ocak-System gab es Praktiken, bei denen zuvor betreute Talip-Gemeinschaften anderen Ocaks anvertraut oder Talip-Gruppen gegenseitig ausgetauscht wurden. Die Beziehung zwischen den Derviş-Cemal- und Ağuçan-Ocaks sowie die Überlieferung, dass Derviş Cemal Sarı Saltuk in Dersim Land (ein Dorf) überlassen habe, stellen eine einzigartige Quelle zum Verständnis der inneren Dynamiken und der territorialen Organisation des Alevitentums dar.
Diese Aufzeichnung wurde am 27. Juni 2025 in den CAN-TV-Studios in Köln erstellt. Die Gespräche wurden im Rahmen des Projekts Alevi Ansiklopedisi geführt.
GALERİ
Gesprächspartner:in
- Ahmet Kerim Gültekin