Deyiş (alevitische Verse) – Hak (Gewissen), Kırmancki-Gülbenk und Niyazlaşma

In diesem Video vermittelt Pir Rıza Yağmur anhand lebendiger Beispiele die historische, religiöse und symbolische Kraft der Deyiş, der zentralen mündlichen Ausdrucksform des alevitischen Glaubens. Durch das Vortragen eigener, in Kırmancki verfasster Gülbenk hält er die Tradition lebendig und leistet zugleich einen Beitrag zu zeitgenössischen Formen dieses mündlichen Erbes in der Diaspora.

Die zentrale Bedeutung der Deyiş in der alevitischen Glaubenspraxis wird als Träger des Wahrheitsverständnisses und eines Bewusstseins des Widerstands erläutert. Der Begriff Hak wird im Zusammenhang mit Gewissen und der Verinnerlichung des Bösen, häufig symbolisiert durch die Gestalt des Teufels, diskutiert. Symbolische Praktiken wie das Niyazlaşma (gegenseitiges Küssen auf die Schulter oder Verbeugung zur Schulter hin) sowie die Geste, die Hand auf das Herz zu legen, werden als emotionale und körperliche Ausdrucksformen eines tief verankerten Glaubenssystems dargestellt.

Das Video thematisiert zudem unter dem Titel „Die Geschichte von vierzehntausend Jahren“ die historische Kontinuität des alevitischen Wahrheitsverständnisses und die Verpflichtung, sich gegen Unrecht zu stellen, vermittelt durch Deyiş. Es zeigt, wie politische und kulturelle Erfahrungen in der europäischen Diaspora in diese mündliche Tradition einfließen und durch das Rezitieren von Kırmancki-Gülbenk mit türkischen Erläuterungen auf eindrucksvolle und originelle Weise zum Ausdruck gebracht werden.

Diese Aufzeichnung wurde am 27. Juni 2025 in den CAN-TV-Studios in Köln erstellt. Die Gespräche wurden im Rahmen des Projekts Alevi Ansiklopedisi geführt.
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