Hakka Uğurlama – Tod im Alevitentum – Devriye – Dardan İndirme
In diesem Video behandelt Pir Ahmet Karabulut das Phänomen des Todes im Alevitentum – genauer gesagt ein Glaubensuniversum, in dem es keinen Tod gibt – in umfassender Weise. Er erläutert, dass es im alevitischen Glauben keinen Begriff von „Tod“ gibt und dass die Konzepte Hakka uğurlama und sırlama den fortwährenden Kreislauf der Seele und die ununterbrochene Transformation des Seins ausdrücken. Auf diese Weise wird die batınî Bedeutung des Ausdrucks „devri daim olsun“ zusammen mit den kosmologischen Dimensionen des Übergangs zwischen den zahir- und batın-Welten interpretiert.
Pir Ahmet Karabulut beantwortet in diesem ganzheitlichen Rahmen auch verbreitete Fragen, etwa warum Aleviten den Begriff „Beerdigung“ nicht verwenden und warum es kein „Totengebet“ gibt. Er erklärt, dass der Ritus der Hakka uğurlama als Übergang der Seele von einem Zustand in einen anderen verstanden werden muss und dass dieses Ritual in der alevitischen Kosmologie sowohl eine ethische als auch eine ontologische Bedeutung trägt. In diesem Zusammenhang ist der Tod kein Ende, sondern die Verlagerung des Seins auf eine neue Ebene, und die rituelle Begleitung dieses Übergangs durch die Gemeinschaft gehört zu den grundlegenden Prinzipien des alevitischen Weges.
Im Video wird zudem der im alevitischen Glauben zentrale Ritus der dardan indirme ausführlich erläutert. In diesem Ritual, das im Zusammenhang mit der musahiplik steht, tritt der musahip – der spirituelle Bruder oder die spirituelle Schwester – der aus der zahir-Welt geschiedenen Seele vor die Gemeinschaft, übernimmt alle sozialen, wirtschaftlichen und moralischen Verpflichtungen der verstorbenen Person und legt in ihrem Namen Rechenschaft ab. Diese Praxis macht sichtbar, wie Gerechtigkeit, rıza, Verantwortung und Solidarität im alevitischen Gemeinschaftsleben theologisch verankert sind. Pir betont die historische und theologische Bedeutung dieses Rituals, auch wenn es im heutigen modernen Leben weitgehend in Vergessenheit geraten ist, und sorgt dafür, dass seine Details dokumentiert werden.
Im weiteren Verlauf des Videos behandelt Pir Ahmet Karabulut auch die Begriffe musahiplik, kirvelik und ikrar und erläutert damit die Formen der Solidarität, die das ethisch-ökonomische Gefüge der alevitischen Gesellschaft prägen, sowie die moralische Ökonomie entlang der Achsen düşkünlük–rıza–Verantwortung. Auf diese Weise stellt das Video eine originelle Quelle dar, die die ganzheitliche Beziehung zwischen Tod, gesellschaftlicher Verantwortung, ritueller Ordnung und ethischen Prinzipien im Alevitentum beleuchtet.
Diese Aufnahme entstand am 6.–7. Dezember 2025 in den CAN-TV-Studios in Köln im Rahmen der Reihe „Aus der Sicht der Wegführer“ der Alevi-Enzyklopädie.
Pir Ahmet Karabulut beantwortet in diesem ganzheitlichen Rahmen auch verbreitete Fragen, etwa warum Aleviten den Begriff „Beerdigung“ nicht verwenden und warum es kein „Totengebet“ gibt. Er erklärt, dass der Ritus der Hakka uğurlama als Übergang der Seele von einem Zustand in einen anderen verstanden werden muss und dass dieses Ritual in der alevitischen Kosmologie sowohl eine ethische als auch eine ontologische Bedeutung trägt. In diesem Zusammenhang ist der Tod kein Ende, sondern die Verlagerung des Seins auf eine neue Ebene, und die rituelle Begleitung dieses Übergangs durch die Gemeinschaft gehört zu den grundlegenden Prinzipien des alevitischen Weges.
Im Video wird zudem der im alevitischen Glauben zentrale Ritus der dardan indirme ausführlich erläutert. In diesem Ritual, das im Zusammenhang mit der musahiplik steht, tritt der musahip – der spirituelle Bruder oder die spirituelle Schwester – der aus der zahir-Welt geschiedenen Seele vor die Gemeinschaft, übernimmt alle sozialen, wirtschaftlichen und moralischen Verpflichtungen der verstorbenen Person und legt in ihrem Namen Rechenschaft ab. Diese Praxis macht sichtbar, wie Gerechtigkeit, rıza, Verantwortung und Solidarität im alevitischen Gemeinschaftsleben theologisch verankert sind. Pir betont die historische und theologische Bedeutung dieses Rituals, auch wenn es im heutigen modernen Leben weitgehend in Vergessenheit geraten ist, und sorgt dafür, dass seine Details dokumentiert werden.
Im weiteren Verlauf des Videos behandelt Pir Ahmet Karabulut auch die Begriffe musahiplik, kirvelik und ikrar und erläutert damit die Formen der Solidarität, die das ethisch-ökonomische Gefüge der alevitischen Gesellschaft prägen, sowie die moralische Ökonomie entlang der Achsen düşkünlük–rıza–Verantwortung. Auf diese Weise stellt das Video eine originelle Quelle dar, die die ganzheitliche Beziehung zwischen Tod, gesellschaftlicher Verantwortung, ritueller Ordnung und ethischen Prinzipien im Alevitentum beleuchtet.
Diese Aufnahme entstand am 6.–7. Dezember 2025 in den CAN-TV-Studios in Köln im Rahmen der Reihe „Aus der Sicht der Wegführer“ der Alevi-Enzyklopädie.
GALERİ
Gesprächspartner:in
- Ahmet Kerim Gültekin