Kemere Duzgı (Düzgün Baba) im Dersim-Alevitentum (Raa Haqi) – Kırmancki-Deyiş
In diesem Video erläutert Pir Ahmet Karabulut anhand von deyiş und Gebeten, die in Kırmancki (Zazaki) für Duzgı (Düzgün Baba) gesprochen werden, ausführlich die zentrale Stellung von Duzgı in der Kosmologie des Dersim-Alevitentums (Raa Haqi). Er interpretiert sowohl die batınî Bedeutungsebenen der deyiş als auch die historische Kontinuität der auf Duzgı ausgerichteten rituellen Praktiken und macht damit die Bedeutung von Düzgün Baba im alltäglichen Leben der Dersimer Aleviten sichtbar.
Pir Ahmet Karabulut schildert zudem, wie Pilgerpraktiken in Zeiten durchgeführt wurden, in denen auf dem Berg Duzgı noch keine cemevis errichtet waren. Er beschreibt die Pilgerwege, die kurban-Rituale sowie die Verteilung von niyaz und lokma auf dem Berg und ruft damit eine heute weitgehend vergessene Erinnerung wieder wach. Diese Darstellung zeigt, dass jiares (ziyarets) in der Glaubenswelt des Raa Haqi als Schnittstellen zwischen zahir- und batın-Welten verstanden werden und verdeutlicht, wie diese Orte Heiligkeit sowohl auf individueller als auch auf gemeinschaftlicher Ebene herstellen.
Bei der Erläuterung der Stellung von Duzgı innerhalb der Raa Haqi-Kosmologie beleuchtet Pir Ahmet Karabulut zugleich die grundlegenden Prinzipien der alevitischen Sozialethik. Er betont, dass Praktiken wie lokma, niyaz, kurban, adak, rızalık und itikat nicht nur rituelle Handlungen sind, sondern gedankliche Mechanismen, die alevitische ethische Kategorien wie Gut und Böse, Richtig und Falsch sowie Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit prägen. Auf diese Weise stellt das Video über die Duzgı-Tradition sowohl die ontologische und kosmologische Struktur des Raa Haqi als auch den moralischen Rahmen dar, der das gesellschaftliche Leben der Dersimer Aleviten ordnet.
Diese Aufnahme entstand am 6.–7. Dezember 2025 in den CAN-TV-Studios in Köln im Rahmen der Reihe „Aus der Sicht der Wegführer“ der Alevi-Enzyklopädie.
Pir Ahmet Karabulut schildert zudem, wie Pilgerpraktiken in Zeiten durchgeführt wurden, in denen auf dem Berg Duzgı noch keine cemevis errichtet waren. Er beschreibt die Pilgerwege, die kurban-Rituale sowie die Verteilung von niyaz und lokma auf dem Berg und ruft damit eine heute weitgehend vergessene Erinnerung wieder wach. Diese Darstellung zeigt, dass jiares (ziyarets) in der Glaubenswelt des Raa Haqi als Schnittstellen zwischen zahir- und batın-Welten verstanden werden und verdeutlicht, wie diese Orte Heiligkeit sowohl auf individueller als auch auf gemeinschaftlicher Ebene herstellen.
Bei der Erläuterung der Stellung von Duzgı innerhalb der Raa Haqi-Kosmologie beleuchtet Pir Ahmet Karabulut zugleich die grundlegenden Prinzipien der alevitischen Sozialethik. Er betont, dass Praktiken wie lokma, niyaz, kurban, adak, rızalık und itikat nicht nur rituelle Handlungen sind, sondern gedankliche Mechanismen, die alevitische ethische Kategorien wie Gut und Böse, Richtig und Falsch sowie Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit prägen. Auf diese Weise stellt das Video über die Duzgı-Tradition sowohl die ontologische und kosmologische Struktur des Raa Haqi als auch den moralischen Rahmen dar, der das gesellschaftliche Leben der Dersimer Aleviten ordnet.
Diese Aufnahme entstand am 6.–7. Dezember 2025 in den CAN-TV-Studios in Köln im Rahmen der Reihe „Aus der Sicht der Wegführer“ der Alevi-Enzyklopädie.
GALERİ
Gesprächspartner:in
- Ahmet Kerim Gültekin