Ehe und Eheschließung (Nikah) im Alevitentum: Musahiplik sowie die während der Zeremonie vorgetragenen Deyiş und Gülbenk
In diesem Video erläutert Pir Cemal Cenan die Institution der religiösen Eheschließung (nikâh) und der Ehe im Alevitentum aus einer innenperspektivischen Sicht, gemeinsam mit den Ritualen, die diesen Prozess begleiten. Im Zentrum der Darstellung steht musahiplik, eines der grundlegenden institutionellen Elemente des alevitischen Glaubens und der sozialen Ordnung. Der Pir macht deutlich, dass nikâh nicht lediglich eine Verbindung zwischen zwei Individuen ist, sondern eine Institution, die innerhalb einer Ocak-zentrierten Gemeinschaftsstruktur auf der Grundlage kollektiver Verantwortung und moralischer Verpflichtungen aufgebaut ist.
Pir Cemal Cenan beschreibt detailliert, wie musahiplik begründet wird, wer als musahip ausgewählt werden kann und auf welchen sozialen Prinzipien diese Beziehung beruht. Besonders betont er, dass die musahiplik-Bindungen zwischen Familien mit unterschiedlichen wirtschaftlichen Voraussetzungen in der Vergangenheit als ein Mechanismus wirkten, um Solidarität zu stärken, Armut auszugleichen und soziale Gleichheit innerhalb der alevitischen Gesellschaft zu festigen. In diesem Sinne wird musahiplik nicht nur als religiöse, sondern zugleich als eine starke soziale Institution dargestellt.
Im Video werden die Rituale der alevitischen Eheschließung Schritt für Schritt in einem Vergleich zwischen Vergangenheit und Gegenwart erläutert. Der Wandel zwischen traditionellen Praktiken in ländlichen Dersim-Dörfern und heutigen Eheschließungspraktiken unter veränderten Bedingungen in der Türkei und in der europäischen Diaspora wird anhand der persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen von Pir Cemal Cenan konkretisiert. Auf diese Weise wird gezeigt, dass Rituale nicht statisch bleiben, sondern sich neuen Kontexten anpassen, während sie ihre grundlegenden Prinzipien bewahren.
Einer der eindrucksvollsten Teile der Darstellung betrifft die deyiş und gülbenk, die während der Eheschließungsrituale rezitiert werden. Anhand von Beispielen aus diesen mündlichen Ritualtexten macht Pir Cemal Cenan die sprachlichen, symbolischen und batın-Dimensionen des alevitischen Eheverständnisses sichtbar. Diese Beispiele liefern äußerst wertvolle ethnografische Einblicke, da sie zeigen, welche zentrale Rolle die alevitische mündliche Kultur innerhalb der Ehepraxis spielt und wie religiöses Wissen weitergegeben wird.
Diese Aufnahme wurde am 6.–7. Dezember 2025 in den CAN TV Studios in Köln im Rahmen der mündlichen Geschichts- und visuellen Archivarbeit der Alevi Enzyklopädie sowie der Reihe „Aus den Worten der Wegführer:innen“ aufgezeichnet.
Pir Cemal Cenan beschreibt detailliert, wie musahiplik begründet wird, wer als musahip ausgewählt werden kann und auf welchen sozialen Prinzipien diese Beziehung beruht. Besonders betont er, dass die musahiplik-Bindungen zwischen Familien mit unterschiedlichen wirtschaftlichen Voraussetzungen in der Vergangenheit als ein Mechanismus wirkten, um Solidarität zu stärken, Armut auszugleichen und soziale Gleichheit innerhalb der alevitischen Gesellschaft zu festigen. In diesem Sinne wird musahiplik nicht nur als religiöse, sondern zugleich als eine starke soziale Institution dargestellt.
Im Video werden die Rituale der alevitischen Eheschließung Schritt für Schritt in einem Vergleich zwischen Vergangenheit und Gegenwart erläutert. Der Wandel zwischen traditionellen Praktiken in ländlichen Dersim-Dörfern und heutigen Eheschließungspraktiken unter veränderten Bedingungen in der Türkei und in der europäischen Diaspora wird anhand der persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen von Pir Cemal Cenan konkretisiert. Auf diese Weise wird gezeigt, dass Rituale nicht statisch bleiben, sondern sich neuen Kontexten anpassen, während sie ihre grundlegenden Prinzipien bewahren.
Einer der eindrucksvollsten Teile der Darstellung betrifft die deyiş und gülbenk, die während der Eheschließungsrituale rezitiert werden. Anhand von Beispielen aus diesen mündlichen Ritualtexten macht Pir Cemal Cenan die sprachlichen, symbolischen und batın-Dimensionen des alevitischen Eheverständnisses sichtbar. Diese Beispiele liefern äußerst wertvolle ethnografische Einblicke, da sie zeigen, welche zentrale Rolle die alevitische mündliche Kultur innerhalb der Ehepraxis spielt und wie religiöses Wissen weitergegeben wird.
Diese Aufnahme wurde am 6.–7. Dezember 2025 in den CAN TV Studios in Köln im Rahmen der mündlichen Geschichts- und visuellen Archivarbeit der Alevi Enzyklopädie sowie der Reihe „Aus den Worten der Wegführer:innen“ aufgezeichnet.
GALERİ
Gesprächspartner:in
- Ahmet Kerim Gültekin