Kurban im Alevitentum
In diesem Video erläutert Baba Sedat Bican das Konzept des kurban im Alevitentum aus religiöser, symbolischer und ritueller Perspektive. Er erklärt, dass kurban in der alevitischen Tradition nicht einfach das Schlachten eines Tieres oder das Vergießen von Blut bedeutet. Im Kern bezeichnet es die Hingabe des Menschen an den Yol, die Neugestaltung des eigenen Selbst innerhalb des Yol und die Bindung an die Suche nach Wahrheit durch ikrar. In diesem Sinne wird kurban weniger als äußeres Ritual verstanden, sondern vielmehr als ein Prozess, in dem der Mensch seine nefs, seine Identität und seine Existenz entsprechend der Ethik des Yol verwandelt.
Bican betont, dass es im Alevitentum sowohl blutige als auch unblutige Formen des kurban gibt und dass lokma als eines der wichtigsten Beispiele eines unblutigen Opfers gilt. Die Praxis, den ersten Teil des Opfers der Natur, den wilden Tieren und anderen Lebewesen zu überlassen, wird als Ausdruck der Beziehung zwischen Menschen und nicht-menschlichen Wesen sowie der Idee des Teilens und der Verbundenheit allen Lebens verstanden. In diesem Zusammenhang bedeutet kurban nicht, einem Lebewesen das Leben zu nehmen, sondern ihm Heiligkeit zuzuschreiben und es innerhalb der symbolischen Bedeutungswelt des Yol neu zu verorten.
Im Video wird außerdem hervorgehoben, dass ein Verständnis von kurban ohne das Töten eines Lebewesens im Alevitentum durchaus möglich ist. Diese Perspektive wird anhand von gülbenks und rituellen Erzählungen erläutert. Am Beispiel des kurban macht Baba Sedat Bican die Offenheit der alevitischen Philosophie für Wandel und Transformation sichtbar, ohne dass dabei ihre grundlegenden Werte und die Prinzipien des Yol verloren gehen. Die Vorstellung, dass die Person, die ikrar gibt, selbst als kurban verstanden wird, zeigt, dass die tiefste Bedeutung des Opfers im Alevitentum in der Hingabe an den Yol, an rıza, an die Wahrheit und an soziale Verantwortung liegt.
Diese Aufnahme wurde am 18. April 2026 in der Alevitische Gemeinde und Cemevi e.V. (Lange Streng 12, 65462 Ginsheim-Gustavsburg) bei Frankfurt im Rahmen der Reihe „Aus der Sicht der Wegführer:innen“ der Alevi-Enzyklopädie aufgezeichnet.
Bican betont, dass es im Alevitentum sowohl blutige als auch unblutige Formen des kurban gibt und dass lokma als eines der wichtigsten Beispiele eines unblutigen Opfers gilt. Die Praxis, den ersten Teil des Opfers der Natur, den wilden Tieren und anderen Lebewesen zu überlassen, wird als Ausdruck der Beziehung zwischen Menschen und nicht-menschlichen Wesen sowie der Idee des Teilens und der Verbundenheit allen Lebens verstanden. In diesem Zusammenhang bedeutet kurban nicht, einem Lebewesen das Leben zu nehmen, sondern ihm Heiligkeit zuzuschreiben und es innerhalb der symbolischen Bedeutungswelt des Yol neu zu verorten.
Im Video wird außerdem hervorgehoben, dass ein Verständnis von kurban ohne das Töten eines Lebewesens im Alevitentum durchaus möglich ist. Diese Perspektive wird anhand von gülbenks und rituellen Erzählungen erläutert. Am Beispiel des kurban macht Baba Sedat Bican die Offenheit der alevitischen Philosophie für Wandel und Transformation sichtbar, ohne dass dabei ihre grundlegenden Werte und die Prinzipien des Yol verloren gehen. Die Vorstellung, dass die Person, die ikrar gibt, selbst als kurban verstanden wird, zeigt, dass die tiefste Bedeutung des Opfers im Alevitentum in der Hingabe an den Yol, an rıza, an die Wahrheit und an soziale Verantwortung liegt.
Diese Aufnahme wurde am 18. April 2026 in der Alevitische Gemeinde und Cemevi e.V. (Lange Streng 12, 65462 Ginsheim-Gustavsburg) bei Frankfurt im Rahmen der Reihe „Aus der Sicht der Wegführer:innen“ der Alevi-Enzyklopädie aufgezeichnet.
GALERİ
Gesprächspartner:in
- Dr. Ahmet Kerim Gültekin