Der Şavak-Stamm: Eine alevitisch-sunnitische Nomadengemeinschaft Dersims

Veröffentlichungsdatum: 5. Oktober 2025
Zusammenfassung

* Dieser Eintrag wurde ursprünglich auf Englisch verfasst.

Der Şavak-Stamm nimmt innerhalb des ethnokulturellen Mosaiks von Dersim sowohl historisch als auch soziologisch eine besondere Stellung ein. Als einer der seltenen Fälle, in denen alevitische und sunnitische Identitäten innerhalb derselben Gemeinschaft nebeneinander bestehen, hat Şavak bis in die Gegenwart eine nomadische und halbnomadische pastoralistische Lebensweise bewahrt. Die Bezeichnung „Şavak“ verweist nicht ausschließlich auf eine durch fiktive Abstammung verbundene Verwandtschaftsgruppe, wie dies in klassischen Stammesdefinitionen der Fall ist. Vielmehr umfasst sie eine nomadische Identität, die unterschiedliche sprachliche, religiöse und kulturelle Zugehörigkeiten miteinander verbindet. In historischen Herkunftserzählungen betonen die Şavak-Alevit:innen ihre Abstammung aus Horasan, während die Sunnit:innen eine oghusisch-turkmenische Herkunft hervorheben. Trotz dieser unterschiedlichen Herkunftsvorstellungen haben gemeinsame Wirtschaftsweisen und kulturelle Grenzen durch eine besondere Lebensform das Gefühl innerer Zusammengehörigkeit gestärkt. Traditionell konzentrierten sich die Şavak auf die Landkreise Çemişgezek und Pertek in der Provinz Tunceli. Historisch folgten sie einem transhumanten Wanderungszyklus, der sich bis nach Erzincan, Elazığ und in weitere umliegende Provinzen erstreckte. In der modernen Zeit weitete sich die Migration auf Großstädte wie Ankara und İstanbul aus. Dieser Beitrag untersucht den Şavak-Stamm aus anthropologischer und historischer Perspektive. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wie Identitätsgrenzen konstruiert werden, wie das alevitisch-sunnitische Zusammenleben gesellschaftlich funktioniert, wie sich die nomadische Kultur verändert hat und welchen Platz Şavak in der vielschichtigen Identitätslandschaft Dersims einnimmt.

Zum ehrenden Gedenken an meinen geschätzten Lehrer Prof. Dr. M. Muhtar Kutlu (1952-2025), emeritierter Professor am Institut für Ethnologie der Fakultät für Sprache, Geschichte und Geografie der Universität Ankara.

Einleitung

Innerhalb der komplexen ethnokulturellen und religiösen Landschaft Dersims – das hier nicht lediglich als frühere Verwaltungseinheit, sondern als historisch und symbolisch erweiterte, durch die Kosmologie des Raa Haqi geprägte heilige Geografie verstanden wird (siehe Gültekin 2024) – tritt der Şavak-Stamm als ein seltener und komplexer Fall von Identitätsbildung hervor. Während viele kurdisch-alevitische Stämme der Region religiös homogen und in das erbliche Ocak-Talip-System eingebunden sind, umfasst Şavak sowohl alevitische als auch sunnitische Gruppen. Diese werden nicht durch konfessionelle Zugehörigkeit, sondern durch eine gemeinsame nomadisch-pastoralistische Lebensweise miteinander verbunden. Diese doppelte religiöse Zusammensetzung macht Şavak zu einem besonderen Untersuchungsfeld für die Frage, wie ethnische, sprachliche und religiöse Grenzen im Alltag aufeinandertreffen und ausgehandelt werden.

Im lokalen Sprachgebrauch ist das Şavak-Sein eng mit dem Wanderhirtentum (göçer çobanlık) verbunden, einer wirtschaftlichen und kulturellen Lebensform, die historisch das wichtigste Kennzeichen der Gruppenidentität darstellte. Dabei handelt es sich nicht lediglich um eine Form der Existenzsicherung, sondern um eine identitätsbestimmende Praxis, die saisonale Mobilität, räumliche Organisation und soziale Beziehungen strukturiert. Die Bezeichnung “Şavak” fungiert daher weniger als eng gefasste genealogische Kategorie denn als umfassendere kulturelle Bezeichnung. Sie schließt Personen und Familien ein, die denselben pastoralistischen Zyklus teilen, unabhängig von ihrer genauen Abstammung, Sprache oder konfessionellen Zugehörigkeit.

Der Fall Şavak stellt klassische anthropologische Modelle des “Stammes” infrage, die diesen vor allem als eine durch gemeinsame Abstammung und endogame Heirat definierte Einheit verstehen (Barth 2001; van Bruinessen 1991). Stattdessen veranschaulicht er eine Stammesidentität, die als lebensweisenbasiert bezeichnet werden kann und deren verbindendes Prinzip in der Teilhabe an einer bestimmten ökologischen und wirtschaftlichen Nische liegt. Dass die Şavak-Identität konfessionelle Grenzen überschreitet, hat es der Gemeinschaft ermöglicht, ihren inneren Zusammenhalt auch in Kontexten zu bewahren, in denen andere alevitisch-sunnitische Beziehungen in Anatolien von Spaltung oder Konflikten geprägt waren.

Geografisch konzentrieren sich die Siedlungen der Şavak auf die südlichen Landkreise der Provinz Tunceli, insbesondere auf Çemişgezek und Pertek, und erstrecken sich bis in die benachbarten Provinzen Erzincan und Elazığ. Historisch folgte die Gemeinschaft einem transhumanten Muster: Die Sommer wurden auf Hochlandweiden (yaylak), die Winter in dörflichen Siedlungen (kışlak) verbracht. Dieser Zyklus war fest in der pastoralistischen Kultur Ostanatoliens verankert. In der Moderne wurde er durch staatlich gelenkte Umsiedlungspolitiken, bewaffnete Konflikte, die Entvölkerung ländlicher Gebiete und neoliberale wirtschaftliche Transformationen beeinträchtigt. Elemente der pastoralistischen Tradition bilden jedoch weiterhin einen bedeutenden kulturellen Bezugspunkt.

Auch in politischer und symbolischer Hinsicht erschwert die Şavak-Identität die Kategorien, durch die Dersim gewöhnlich verstanden wird. Obwohl die Region weithin als ein Zentrum des kurdischen Alevitentums beziehungsweise des Raa Haqi mit einem vergleichsweise homogenen ethnisch-religiösen Profil wahrgenommen wird (Gültekin 2019, 2024), stellt Şavak eine hybride Formation dar, die sich einer eindeutigen Übereinstimmung von Sprache, Religion und Ethnizität entzieht. Im Kleinen verkörpert sie den umfassenderen Pluralismus und die Heterogenität der Kulturgeschichte Dersims, die durch jahrhundertelange wechselnde Bündnisse, Migrationen und kulturelle Austauschprozesse über die alevitisch-sunnitische Grenze hinweg geprägt wurde.

Das Verständnis der Şavak erfordert daher einen Ansatz, der den Stamm innerhalb mehrerer, einander überlagernder Bezugsrahmen verortet:

Anthropologisch: als Fallstudie einer flexiblen Bildung von Stammesidentität, in der Verwandtschaft, Wirtschaft und Religion auf nichtlineare Weise miteinander interagieren.

Historisch: durch die Untersuchung der Auswirkungen osmanischer und republikanischer Politik, erzwungener Migration und gesellschaftspolitischer Konflikte auf die Struktur und die Lebensgrundlagen der Gemeinschaft.

Kulturell-religiös: durch die Untersuchung der Frage, wie alevitische und sunnitische Lebenswelten innerhalb einer gemeinsamen Stammesidentität nebeneinander bestehen und wie pastoralistische Praktiken als gemeinsamer kultureller Bezugspunkt wirken.

Durch die Untersuchung dieser einander überschneidenden Dimensionen soll dieser Beitrag nicht nur die inneren Dynamiken des Şavak-Stammes sichtbar machen, sondern auch dessen Bedeutung für die umfassendere Erforschung des kulturellen Mosaiks von Dersim. Innerhalb dieses Mosaiks wird Identität fortwährend an den Grenzen zwischen Religion, Ethnizität und Lebensweisen ausgehandelt.

Der Begriff “Stamm” und das sozio-organisatorische Modell der Şavak

In der sozialwissenschaftlichen Literatur zum Nahen Osten ist der Begriff “Stamm” anhaltend Gegenstand definitorischer Debatten. Diese werden durch Unterschiede im Sprachgebrauch und im kulturellen Kontext zusätzlich erschwert. Im Türkischen tragen die beiden aus dem Arabischen stammenden Begriffe aşiret und kabile Bedeutungen gesellschaftspolitischer Hierarchie und bezeichnen häufig eine große, zusammengesetzte Einheit, die mehrere Abstammungsgruppen umfasst. In der angelsächsischen Anthropologie wird “tribe” dagegen gewöhnlich in einem weiteren Sinne verwendet und entspricht häufig dem Begriff aşiret, während “clan” Untereinheiten eines Stammes wie taife, tire, hoz, bavik oder mal bezeichnet (Aydın and Emiroğlu 2003, 77-78). Diese terminologischen Unterschiede sind nicht lediglich semantischer Art. Sie spiegeln tiefergehende Unterschiede darin wider, wie Verwandtschaft, Abstammung und politische Organisation in verschiedenen kulturellen und wissenschaftlichen Traditionen konzeptualisiert werden.

Bedeutende Anthropolog:innen, die zu kurdischen Gemeinschaften gearbeitet haben, betonen die Notwendigkeit kulturspezifischer Terminologien. Martin van Bruinessen (1991, 71-86) argumentiert, dass die Übertragung von Modellen aus der Ethnografie arabischer Gesellschaften – etwa der starren Hierarchie Stamm > Clan > Abstammungsgruppe > Unterabstammungsgruppe > Haushalt – Gefahr läuft, den gelebten Realitäten kurdischer Sozialorganisation ein ungeeignetes “enges Kleid” überzustreifen. Kurdische Begriffe wie hoz, bavik und mal geben die relationalen Dynamiken und die situationsabhängige Flexibilität tribaler Strukturen genauer wieder.

Edmund Leach (2001, 34-35) identifiziert in seiner Forschung unter den Revanduz-Kurd:innen im Irak die taife als zentrale Untereinheit des Stammes, die weiter in tire gegliedert ist. Fredrik Barth (2001, 46-49), der in Südkurdistan forschte, betrachtet die tire als grundlegende politische Untereinheit, die wiederum in xel und schließlich in Haushalte unterteilt ist. Doch auch diese Modelle müssen, wie Bruinessen hervorhebt, angepasst werden, um die Vielfalt lokaler Ausprägungen und die politische Beweglichkeit tribaler Bündnisse berücksichtigen zu können (Bruinessen 1991, 84-86).

Im Fall von Dersim war die Stammesorganisation historisch in das religiös strukturierte Ocak-Talip-System des Raa Haqi-Alevitentums eingebunden. In diesem System üben heilige Abstammungslinien, die Ocakzade, erbliche religiöse Autorität über Netzwerke von Talip-Stämmen aus (Gültekin 2019). Dieses System überlagert die auf Abstammung und Bündnissen beruhende segmentäre Stammesorganisation und überschneidet sich teilweise mit ihr.

Das in Ethnografien kurdischer Stämme beobachtete allgemeine Modell kann folgendermaßen zusammengefasst werden: erweiterte Familie (geniş aile) < Haushalt (hane) < mal < babik < Stamm (Özer 1992, 504; Yalçın-Heckmann 2002).

In diesem Modell bezeichnet mal eine räumliche und wirtschaftliche Einheit, die einen oder mehrere Haushalte umfassen und mitunter einem Segment einer Abstammungsgruppe entsprechen kann. Babik kann einen Zusammenschluss von Haushalten bezeichnen, die durch gemeinsame Abstammung, rituelle Verpflichtungen oder politische Bündnisse miteinander verbunden sind. Seine konkrete Gestalt kann sich entsprechend den jeweils bestehenden wirtschaftlichen und politischen Bedingungen stark verändern. Der Stamm bildet die größte Bündniseinheit. Er umfasst mehrere Babik-Gruppen, die unter der Führung eines Ağa, Şeyh oder einer heiligen Abstammungslinie zusammengeschlossen sind (Gültekin 2013a).

Der Şavak-Stamm entspricht diesem allgemeinen Modell teilweise, weicht jedoch zugleich davon ab. Einerseits wird Şavak sowohl lokal als auch in der wissenschaftlichen Literatur als aşiret anerkannt und besitzt eine innere Organisation, die verwandtschaftsbasierte Segmente und gemeinsame Herkunftserzählungen einschließt. Andererseits gehen die Kriterien der Zugehörigkeit über genealogische Abstammung hinaus und umfassen auch Personen und Familien, die eine gemeinsame Lebensgrundlage – nomadische oder halbnomadische Schafhaltung – sowie ein charakteristisches saisonales Mobilitätsmuster teilen.

Diese pastoralistische Lebensweise fungiert als verbindendes Prinzip, das sprachliche und religiöse Unterschiede überbrücken kann. Dadurch entsteht eine lebensweisenbasierte Stammesidentität, die weniger starr ist, als abstammungsbasierte Modelle erwarten lassen würden.

Die Flexibilität des sozio-organisatorischen Modells der Şavak zeigt sich auch in seiner Fähigkeit, alevitische und sunnitische Segmente innerhalb derselben Stammesidentität einzuschließen, ohne dadurch die Bedeutung der jeweiligen religiösen Zugehörigkeit aufzuheben. Im Alltag können sich alevitische und sunnitische Şavak anhand von Familiennamen, rituellen Praktiken und Abstammungsansprüchen voneinander unterscheiden. In bestimmten wirtschaftlichen und politischen Zusammenhängen – etwa bei Verhandlungen über Weiderechte, bei Geboten für die Pacht von Weideland oder bei der Vermarktung tierischer Produkte – treten sie jedoch gemeinsam als Şavak auf.

Diese Verbindung von konfessioneller Unterscheidung und situationsabhängiger Einheit erschwert herkömmliche Typologien tribaler Organisation. Zugleich unterstreicht sie die Notwendigkeit eines analytischen Ansatzes, der für das Zusammenspiel von Abstammung, Lebensgrundlage und Identität in den pastoralistischen Gesellschaften Ostanatoliens sensibel ist.

Der kulturelle und historische Kontext Dersims

Dersim, das seit 1935 offiziell Tunceli heißt, nimmt in der kulturellen Geografie Anatoliens eine besondere Stellung ein. Dies gilt sowohl für seine ethnisch-religiöse Zusammensetzung als auch für die symbolische Bedeutung, die die Region innerhalb kurdisch-alevitischer Identitätspolitiken besitzt. Die Bevölkerungsmehrheit besteht aus alevitischen Kurd:innen, die entweder Kırmancki (Zazaki) oder Kurmancî (Kurdisch) sprechen und historisch in tribalen Formationen organisiert waren, die in das erbliche Ocak-Talip-System des Raa Haqi– waren, die in das erbliche Ocak-Talip-System des Raa Haqi-Glaubens eingebunden waren (Gültekin 2019).

Innerhalb dieser religiösen Hierarchie üben heilige Abstammungslinien (Ocakzade) spirituelle Autorität über Netzwerke von Talip-Stämmen aus und vermitteln sowohl im rituellen Leben als auch bei der Beilegung von Konflikten. Diese Struktur kommt in der dreigliedrigen Hierarchie von Mürşid-Pir-Rayber zum Ausdruck, an deren Basis die Talips stehen. Diese werden in einem ritualisierten jahreszeitlichen Zyklus jährlich von ihrem Pir besucht (Gültekin 2010, 125-135; Gültekin 2019).

In der vormodernen Zeit bestand dieses System neben einem hohen Maß politischer Autonomie. Diese wurde durch die gebirgige Geografie gestärkt, die staatliche Kontrolle erschwerte und das Fortbestehen einer segmentären tribalen Organisation ermöglichte. Im Laufe der Jahrhunderte wurde diese Autonomie wiederholt durch militärische Interventionen des Osmanischen Reiches und später der Republik Türkei infrage gestellt. Ihren Höhepunkt fanden diese Eingriffe in den verheerenden Operationen von 1937-38, die lokal als Tertele, ein genozidales Massaker, bezeichnet werden. Sie führten zu Massentötungen, Deportationen und der Zerschlagung tribaler Autoritätsstrukturen (Gezik and Gültekin 2019). Das daraus hervorgegangene Trauma hat sich tief in das kollektive Gedächtnis der Einwohner:innen Dersims eingeschrieben und prägt sowohl das lokale Geschichtsbewusstsein als auch gegenwärtige Identitätsdiskurse (Deniz 2020; Kieser 2000).

“Aus Dersim zu sein” (Dersimli olmak) bezeichnet heute mehr als eine geografische Herkunft. Es handelt sich um eine kulturell-politische Identität, die religiöse, sprachliche und historische Elemente zu einer besonderen Form der Zugehörigkeit verbindet. Kurdische Alevit:innen stellen sich die Region als ein heiliges Land vor, in dem Glaube, Erinnerung und Landschaft untrennbar miteinander verbunden sind (Gültekin 2024; Gültekin 2021).

Diese sakralisierte Geografie reicht über die Verwaltungsgrenzen Tuncelis hinaus. Sie umfasst kurdisch-alevitische Gemeinschaften in Teilen von Erzincan, Bingöl, Elazığ, Malatya, Maraş, Muş und Sivas sowie in weiter entfernten Regionen und schließt eine bedeutende transnationale Diaspora in Westeuropa, insbesondere in Deutschland, ein.

Dieser gemeinsame kulturelle Bezugsrahmen war jedoch stets von innerer Vielfalt geprägt. Neben der dominierenden alevitisch-kurdischen Bevölkerung lebten in Dersim seit Langem kleinere Gruppen sunnitischer Kurd:innen und Türk:innen sowie Überreste der armenisch-christlichen Bevölkerung. Diese “inneren Anderen” Dersims bewahrten historisch eigenständige religiöse und kulturelle Identitäten und standen zugleich in komplexen Beziehungen des Zusammenlebens, des Austauschs und zeitweise auch des Konflikts mit der alevitischen Mehrheit (Gültekin 2010, 2013b).

In gegenwärtigen politischen Diskursen bilden Kurdentum und Alevitentum die beiden wichtigsten Identitätsbewegungen, die das homogenisierende Modell des türkischen Nationalstaates infrage stellen (Aydın and Emiroğlu 2003; van Bruinessen 1991). Innerhalb dieses umkämpften Feldes verkörpert der Şavak-Stamm, der sowohl alevitische als auch sunnitische Segmente umfasst, im Kleinen den Pluralismus Dersims. Er erschwert vereinfachende Darstellungen ethnisch-religiöser Homogenität und bietet eine Perspektive, aus der sich die Überschneidungen von Lebensgrundlage, Glauben und Identität in der Region untersuchen lassen.

Siedlungsgebiete und demografisches Profil

Die Siedlungsgeografie des Şavak-Stammes spiegelt sowohl die ökologische Logik der transhumanten Viehwirtschaft als auch die komplexe ethnisch-religiöse Topografie des südlichen Dersim wider. Historisch konzentrierten sich die Şavak-Gemeinschaften auf die Landkreise Çemişgezek und Pertek. Dort unterhielten sie Dörfer als winterliche Ausgangspunkte (kışlak), von denen aus sie im Sommer auf die Hochlandweiden (yaylak) zogen.

Mündliche Überlieferungen und ethnografische Beobachtungen weisen auf weitere kleinere Şavak-Siedlungsgebiete in Mazgirt und Hozat sowie in den benachbarten Provinzen Erzincan und Elazığ hin. Saisonale Wanderungen erstreckten sich mitunter bis nach Diyarbakır, Urfa und Bingöl (Kutlu 1987, 49-50; Gültekin 2013b).

Die Verteilung der alevitischen und sunnitischen Bevölkerung in diesen Landkreisen ist ungleichmäßig, folgt jedoch bestimmten räumlichen Mustern. In Çemişgezek bilden Sunnit:innen, darunter ein bedeutender Teil der Şavak, in der Kreisstadt und den südlichen Dörfern die Mehrheit. Alevit:innen leben dagegen überwiegend in den schwer zugänglichen nordöstlichen Hochlagen, sprechen Kırmancki und unterhalten enge kulturelle Beziehungen zum alevitischen Kerngebiet im zentralen Dersim.

In Pertek bilden Alevit:innen insgesamt die Mehrheit. Sunnit:innen konzentrieren sich jedoch auf die westlichen, südlichen und östlichen Randgebiete, häufig in gemischten Dörfern, in denen das konfessionelle Zusammenleben durch gemeinsame wirtschaftliche Tätigkeiten, darunter die Viehzucht, vermittelt wird (Gültekin 2010, 125-135).

In Mazgirt wird die alevitische Dominanz lediglich durch kleine sunnitische Siedlungsgebiete in der Umgebung von Akpazar unterbrochen. In Hozat ist die sunnitische Präsenz gering und wird hauptsächlich durch das Dorf İnciga (Altınçevre) repräsentiert.

Trotz dieser räumlichen Verteilung dienten Kreiszentren wie Çemişgezek, Pertek und Mazgirt den Şavak-Pastoralist:innen historisch als wirtschaftliche und politische Zentren. Sie fungierten als Knotenpunkte jener Austauschnetze, welche die auf Viehhaltung beruhende Wirtschaft aufrechterhielten.

Heute wurden diese lokalen Geografien durch die Entvölkerung ländlicher Räume, staatlich gelenkte Umsiedlungen und Arbeitsmigration neu gestaltet. Der neoliberale Niedergang der Landwirtschaft und jahrzehntelange bewaffnete Konflikte veranlassten viele Şavak-Haushalte dazu, sich dauerhaft oder zeitweise in Provinzstädten oder Großstädten wie Ankara, İstanbul und Mersin niederzulassen. Gleichzeitig halten sie weiterhin Verbindungen zu ihren Herkunftsdörfern und saisonal genutzten Weideflächen aufrecht.

Dieses Muster der räumlichen Verteilung, das in ländlichen Herkunftsorten verankert ist und sich zugleich durch urbane Migration erweitert, entspricht allgemeinen Entwicklungen der demografischen Geschichte Dersims. Im Fall der Şavak bleibt jedoch das Fortbestehen pastoralistischer Mobilität, wenn auch in eingeschränkter Form, zentral für die Reproduktion der Stammesidentität.

Historische Ursprünge und Herkunftserzählungen

Zur frühen Geschichte des Şavak-Stammes liegen keine verlässlichen schriftlichen Quellen vor. Rekonstruktionen beruhen daher weitgehend auf mündlichen Überlieferungen, die durch die innere religiöse Vielfalt der Gemeinschaft geprägt sind.

Diese Erzählungen teilen sich entlang konfessioneller Grenzen. Unter der alevitischen Mehrheit wird der Ursprung der Şavak auf Horasan zurückgeführt. Horasan ist ein klassischer Bezugspunkt der anatolisch-alevitischen Theologie und wird mit der spirituellen Migration heiliger Abstammungslinien (Ocakzade) aus Zentralasien und Persien nach Anatolien verbunden. Diese Herkunftserzählung ordnet die Şavak-Alevit:innen symbolisch in den umfassenderen mythisch-historischen Rahmen des Raa Haqi-Glaubens ein, in dem Horasan als heiliger Ausgangspunkt der esoterischen Erb:innen der Familie des Propheten erscheint.

Sunnitische Şavak beschreiben ihre Vorfahr:innen dagegen häufig als Angehörige der oghusischen Stammesverbände. Sie verstehen sich als alte türkmenische Migrant:innen, die sich im östlichen und südöstlichen Anatolien niederließen.

Obwohl sich diese Erzählungen in ihrem religiös-symbolischen Gehalt deutlich unterscheiden, stimmen sie darin überein, ein gemeinsames nomadisches Erbe zu bekräftigen. Pastoralistische Mobilität bildet dabei das zentrale Identitätsmerkmal. In beiden Versionen ist das Şavak-Sein gleichbedeutend mit einer halb sesshaften, wandernden pastoralistischen Lebensweise. Diese beruhte historisch auf saisonalen Wanderungen zwischen den tiefer gelegenen Winterquartieren in Çemişgezek und Pertek und den Hochlandweiden in Dersim und darüber hinaus.

Diese Identität des Wanderhirtentums ist bis heute von Bedeutung geblieben. In der lokalen Wahrnehmung bezeichnet “Şavak” daher ebenso sehr eine Lebensweise wie eine Abstammungsgruppe.

Unterschiedliche Auffassungen bestehen auch hinsichtlich der ursprünglichen Siedlungsgebiete der Şavak. Kutlus bedeutende ethnografische Untersuchung (1987, 49-50) verzeichnet eine weite Verteilung von Şavak-Dörfern in Çemişgezek und Pertek. Gegenwärtige Angaben von Şavak-Vereinen nennen dagegen eine kleinere Zahl von Kernsiedlungen, was auf einen Rückgang infolge von Migration und sozioökonomischem Wandel hindeutet (Gültekin 2013b).

In früheren Jahrzehnten folgten einige Şavak-Familien überregionale Weidezyklen, die Dersim mit Diyarbakır, Urfa, Bingöl und Elazığ verbanden. Dies verweist auf einen flexiblen und weit ausgedehnten räumlichen Bewegungsbereich.

Diese pastoralistische Mobilität ist sowohl in den alevitischen als auch in den sunnitischen Herkunftserzählungen verankert und bildet das verbindende Element der Şavak-Identität. Sie überbrückt die ansonsten tiefgreifenden symbolischen Unterschiede zwischen den konfessionellen Herkunftsmythen.

Das Ergebnis ist ein historisch begründetes, jedoch fortwährend neu interpretiertes kollektives Zugehörigkeitsgefühl. Dieses beruht nicht auf einer einzigen genealogischen Erzählung, sondern auf der gemeinsam geteilten wirtschaftlichen Ökologie und dem kulturellen Kapital der nomadischen Viehzucht – einer Lebensweise, welche die inneren religiösen Grenzen des Stammes sowohl prägt als auch überschreitet.

Alevitisch-sunnitisches Zusammenleben und Identitätsdynamiken

Das Zusammenleben alevitischer und sunnitischer Segmente innerhalb des Şavak-Stammes stellt ein besonderes Merkmal dar, das ihn von den meisten anderen tribalen Formationen Dersims unterscheidet. Bei diesen stimmen religiöse Zugehörigkeit und Stammesgrenzen gewöhnlich überein.

Unter den Şavak bewahren beide Gemeinschaften eindeutige konfessionelle Selbstverständnisse. Diese kommen in unterschiedlichen rituellen Repertoires, religiösen Autoritätsstrukturen und historischen Erzählungen zum Ausdruck. Zugleich bewohnen sie einen gemeinsam geteilten kulturellen Raum, der durch die pastoralistische Wirtschaft strukturiert wird.

Religiöse Differenz bildet somit ein zentrales Element der Selbstdefinition, hebt jedoch das übergeordnete Gefühl des Şavak-Seins nicht auf. Diese Doppelstruktur zeigt sich auf komplexe Weise. Innerhalb der Gemeinschaft markieren Alevit:innen und Sunnit:innen ihre Unterschiede häufig durch Familiennamen, Abstammungsansprüche und die Bindung an unterschiedliche Glaubenssysteme. Alevit:innen folgen der Raa Haqi-Tradition mit ihrer Ocak-Talip-Hierarchie, während Sunnit:innen an moscheebasierten religiösen Strukturen ausgerichtet sind.

Gegenüber “Außenstehenden” (yabancılar) treten sie jedoch als ein einheitlicher sozialer Zusammenhang auf. Diese situationsabhängige Einheit wird besonders im wirtschaftlichen Bereich sichtbar, insbesondere bei gemeinschaftlichem Handeln im Zusammenhang mit gemeinsam genutzten Weideressourcen.

Die Pacht von Hochlandweiden (yaylak) vom Staat, die häufig durch lokale Machthaber oder Wucherer vermittelt wird, erfordert beispielsweise die Zusammenlegung finanzieller Mittel und koordinierte Verhandlungsstrategien über konfessionelle Grenzen hinweg. Kein einzelner Haushalt könnte die finanzielle Belastung allein tragen (Gültekin 2010, 163-172).

Diese pragmatische Zusammenarbeit bringt ein Repertoire gemeinsamer Praktiken, Normen und Erzählungen hervor, das den tribalen Bezugsrahmen stärkt, obwohl die religiösen Unterschiede weiterhin von Bedeutung bleiben.

Bemerkenswert ist, dass diese Beziehungen historisch nicht in konfessionelle Konflikte übergingen. Auseinandersetzungen bezogen sich eher auf wirtschaftliche oder politische Fragen. Auch diese wurden in einem Rahmen bearbeitet, der auf der gegenseitigen Anerkennung einer gemeinsamen Şavak-Identität beruhte.

Aus der Perspektive anderer lokaler Gemeinschaften in Dersim ist diese Konstellation ungewöhnlich. Keine andere sunnitische Gruppe der Provinz definiert sich ausdrücklich als Stamm. Ebenso weisen andere alevitisch-sunnitische Kontaktbereiche nicht denselben Grad der Einbindung in eine gemeinsame pastoralistische Tradition auf.

In diesem Sinne bietet Şavak ein Beispiel für die umfassendere Möglichkeit einer konfessionsübergreifenden tribalen Solidarität, die auf gemeinsamer Lebensgrundlage und kultureller Ökologie beruht, in der Praxis jedoch nur selten verwirklicht wird. Der Fall zeigt, dass Identitätsgrenzen in Dersim sowohl deutlich gezogen als auch strategisch durchlässig sein können.

Sprache und kulturelle Codes

Sprache spielt eine zentrale Rolle bei der Definition und Vermittlung der Şavak-Identität. Sie fungiert sowohl als inneres Kennzeichen der Zugehörigkeit als auch als äußeres Symbol in regionalen Wahrnehmungen.

Sowohl alevitische als auch sunnitische Şavak sprechen eine lokale Variante des Kurmancî, die umgangssprachlich als “Şavakça” bezeichnet wird. Diese ist mit anderen Kurmancî-Dialekten wechselseitig verständlich, weist jedoch eigenständige phonologische und lexikalische Merkmale auf, die durch das pastoralistische Umfeld und den langjährigen Kontakt mit dem Türkischen geprägt wurden.

Innerhalb der Gemeinschaft dient Şavakça als wichtigstes Medium der alltäglichen Kommunikation, der mündlichen Überlieferung und der Weitergabe pastoralistischen Wissens. Dadurch stärkt die Sprache den innertribalen Zusammenhalt über konfessionelle Grenzen hinweg.

Im weiteren gesellschaftspolitischen Kontext Dersims wurde die sprachliche Identität der Şavak jedoch unterschiedlich interpretiert. Seit den 1970er-Jahren wurde Şavakça unter dem Einfluss türkisch-nationalistischer Diskurse innerhalb einiger sunnitischer Segmente mitunter als “Dorfsprache” (köy dili) umgedeutet und sogar als authentischer Überrest des Türkentums dargestellt.

Diese Behauptung wurde trotz der eindeutigen strukturellen Zugehörigkeit des Dialekts zum Kurdischen strategisch gegen kurdisch-nationalistische Erzählungen eingesetzt (Gültekin 2010, 163-172). Diese Umdeutung verweist auf die politische Bedeutung von Sprache in Identitätspolitiken und zeigt, wie sprachliche Praxis ideologisch gebrochen werden kann, um unterschiedliche ethnopolitische Ansprüche zu stützen.

Gleichzeitig bestätigt der alltägliche Gebrauch von Şavakça eine gemeinsam geteilte Stammesidentität, die religiöse Grenzen überschreitet. Dass sowohl alevitische als auch sunnitische Angehörige der Gemeinschaft denselben Dialekt sprechen, verankert die Wahrnehmung des Şavak-Seins in der gelebten Kultur, obwohl sich ihre sakralen Begriffswelten und Ritualsprachen voneinander unterscheiden.

Von außen wird “Şavak” häufig mit Bezeichnungen wie Yörük, Koçer oder Türkmen gleichgesetzt. Darin zeigt sich eine regionale Tendenz, halbnomadische Viehhalter:innen unabhängig von ihrem tatsächlichen sprachlichen oder genealogischen Hintergrund mit türkmenischer Identität zu verbinden.

Diese Gleichsetzung wird von sunnitischen Şavak mitunter angenommen, da sie mit ihren eigenen Herkunftserzählungen übereinstimmt. Für alevitische Angehörige ist sie dagegen uneindeutiger, da diese zwischen der Bekräftigung tribaler Einheit und der Bewahrung eigenständiger religiöser und kultureller Zugehörigkeiten navigieren.

In allen Fällen fungiert Sprache als flexibles, aber wirksames Grenzmerkmal. Sie kann innerhalb des Stammes Solidarität zum Ausdruck bringen und zugleich dessen Verhältnis zu umfassenderen Identitätsdiskursen in Dersim und darüber hinaus vermitteln.

Pastoralnomadismus und wirtschaftliches Leben

Der Pastoralnomadismus bildet das wirtschaftliche Rückgrat der Şavak-Identität und prägte historisch ihre räumliche Organisation, saisonale Mobilität und soziale Geschlossenheit. Die Lebensgrundlage des Stammes beruhte vor allem auf transhumanter Schafhaltung. Die Sommermonate wurden auf Hochlandweiden (yaylak) verbracht, die häufig gemeinschaftlich von staatlichen Behörden oder lokalen Vermittlern gepachtet wurden. Im Winter kehrten die Familien in ihre dörflichen Standorte in Çemişgezek und Pertek zurück. Die Landwirtschaft spielte lediglich eine ergänzende Rolle und diente der Produktion von Futtermitteln und Nahrungsmitteln für den Eigenbedarf. Die marktorientierte Produktion konzentrierte sich dagegen auf Milch, Käse und Fleisch. Die gemeinschaftliche Organisation ist für die Sicherung von Weiderechten und die Aushandlung von Pachtpreisen von entscheidender Bedeutung. Sie fördert dadurch die Zusammenarbeit über die alevitisch-sunnitische Grenze hinweg (Gültekin 2010, 163-172). Obwohl die neoliberale Umstrukturierung ländlicher Wirtschaften, der bewaffnete Konflikt der 1990er-Jahre und die staatlich gelenkte Entvölkerung das Ausmaß nomadischer Praktiken verringerten, bleibt der Pastoralismus ein wirkungsmächtiges kulturelles Kennzeichen. Selbst in Städten lebende Şavak unterhalten symbolische und häufig auch praktische Beziehungen zur Viehzucht. Das Fortbestehen der pastoralistischen Identität unter veränderten sozioökonomischen Bedingungen unterstreicht die zentrale Bedeutung von Mobilität, Viehwirtschaft und saisonalen Rhythmen für die Aufrechterhaltung der kulturellen Grenzen der Şavak.

Modernisierung, Migration und Transformation

Das 20. und das frühe 21. Jahrhundert brachten tiefgreifende Veränderungen für die soziale und wirtschaftliche Struktur des Şavak-Stammes mit sich. Staatlich gelenkte Modernisierungsmaßnahmen wie Straßenbau, Elektrifizierung und Schulbildung führten gemeinsam mit den Folgen bewaffneter Konflikte und erzwungener Migration in den 1990er-Jahren zur weitgehenden Auflösung des traditionellen pastoralistischen Zyklus und beschleunigten die Entvölkerung ländlicher Gebiete. Viele Şavak-Haushalte zogen dauerhaft oder zeitweise in Provinzzentren oder Großstädte wie Ankara, İstanbul und Mersin. Dort suchten sie Lohnarbeit, bewahrten jedoch saisonale oder symbolische Beziehungen zum dörflichen Leben.Diese Migration veränderte die Haushaltsökonomien, führte zu einer stärkeren Vielfalt der Lebensgrundlagen und brachte jüngere Generationen mit städtischen Lebensweisen in Berührung. Dadurch wurde die Kontinuität pastoralistischen Wissens und entsprechender Praktiken infrage gestellt. Wie bei vielen ländlichen Gemeinschaften Dersims unterhält die urbane Diaspora jedoch häufig enge emotionale Beziehungen zu den Herkunftsregionen. Besuche finden insbesondere während der sommerlichen Weidesaison oder anlässlich gemeinschaftlicher Rituale statt. Migration hat die Şavak-Identität in diesem Sinne nicht aufgelöst, sondern neu konfiguriert. Sie brachte ein translokales soziales Feld hervor, das verstreute städtische Gemeinschaften mit ihrer ländlichen Grundlage verbindet (Gültekin 2013b).

Schlussfolgerung

Der Şavak-Stamm nimmt in der kulturellen und historischen Landschaft Dersims eine besondere Stellung ein. Er verkörpert eine ungewöhnliche Verbindung alevitisch-sunnitischen Zusammenlebens innerhalb einer gemeinsam geteilten pastoralistischen Tradition.

Seine Identität beruht weniger auf starrer genealogischer Abstammung als auf der wirtschaftlichen und kulturellen Ökologie transhumanter Viehzucht. Diese Lebensweise verband die Angehörigen der Gemeinschaft historisch über religiöse Grenzen hinweg.

Obwohl konfessionelle Zugehörigkeiten weiterhin bedeutende Merkmale innerer Differenzierung darstellen, führten sie nicht zu dauerhaften Konflikten. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit bei der Sicherung und Verwaltung pastoralistischer Ressourcen stärkt weiterhin das gemeinsam geteilte Şavak-Sein.

Modernisierung, Migration und staatliche Eingriffe haben die materiellen Bedingungen tribalen Lebens verändert, die Gemeinschaft geografisch verstreut und ihre Lebensgrundlagen vielfältiger werden lassen. Die symbolische und in vielen Fällen auch praktische Bedeutung des Pastoralismus besteht jedoch fort.

Auf diese Weise veranschaulicht Şavak die Anpassungsfähigkeit tribaler Identitäten im gegenwärtigen Dersim. Der Fall zeigt, wie kultureller Zusammenhalt trotz sich verändernder politischer, wirtafischer Bedingungen fortbestehen kann.

Quellenangaben und weiterführende Literatur

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Zitation

  • Der Şavak-Stamm: Eine alevitisch-sunnitische Nomadengemeinschaft Dersims
  • Autor: Gültekin, Ahmet Kerim
  • Webseite: Alevitische Enzyklopädie
  • Abrufdatum: 07.08.2026
  • Webadresse: https://www.aleviansiklopedisi.com/de/madde-x/der-savak-stamm-eine-alevitisch-sunnitische-nomadengemeinschaft-dersims-7412/
Gültekin, Ahmet Kerim (2025). Der Şavak-Stamm: Eine alevitisch-sunnitische Nomadengemeinschaft Dersims. Alevitische Enzyklopädie — ISIL: DE-4607. https://www.aleviansiklopedisi.com/de/madde-x/der-savak-stamm-eine-alevitisch-sunnitische-nomadengemeinschaft-dersims-7412/ (Abrufdatum: 07.08.2026)
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