Kırkbudak – Zeitschrift für anatolische Volksglaubensforschung (2005–2007)
* Dieser Eintrag wurde ursprünglich auf Türkisch verfasst.
Kırkbudak – Zeitschrift für die Erforschung anatolischer Volksglaubensformen wurde zwischen 2005 und 2007 veröffentlicht und gilt als die erste begutachtete akademische Zeitschrift in der Türkei, die sich dem Feld der Alevi Studies widmete. Als eine wegweisende wissenschaftliche Plattform erschien die Zeitschrift in zwölf Ausgaben und brachte interdisziplinäre Beiträge zusammen, die das Alevitentum sowie verschiedene andere Volksglaubensformen in Anatolien aus historischen, soziologischen, anthropologischen und theologischen Perspektiven untersuchten. Die Zeitschrift verstand sich als ein wichtiges Medium für die Produktion zuverlässigen, sachlich fundierten und akademisch überprüfbaren Wissens. Sie grenzte sich bewusst von ideologischen Deutungen ab und reagierte auf das damals weit verbreitete Problem ungenauer oder irreführender Informationen im Bereich der Alevi Studies. In den Herausgeber- und Beiratsstrukturen von Kırkbudak wirkten ausgewählte etablierte Wissenschaftler:innen sowie jüngere Forschende aus der Türkei und aus dem Ausland mit, von denen viele zu jener Zeit zu den wenigen Personen gehörten, die sich aktiv mit der akademischen Erforschung des Alevitentums beschäftigten. Thematisch deckte Kırkbudak ein breites Spektrum ab. Die Beiträge behandelten unter anderem die Geschichte des Alevitentums, seine Ausprägungen in der europäischen Diaspora, aktuelle Debatten über Säkularismus und das Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet) sowie weitere religiöse Traditionen wie das Nusayritentum, das Judentum und das Jesidentum. Zugleich bot die Zeitschrift einen offenen akademischen Raum für Nachwuchswissenschaftler:innen. In diesem Sinne stellt *Kırkbudak* einen grundlegenden institutionellen Schritt in der akademischen Erforschung des Alevitentums und anatolischer Volksglaubensformen dar. Sie bereitete den Boden für spätere Publikationen und trug wesentlich zur Konsolidierung und intellektuellen Anerkennung des Forschungsfeldes bei.Umfang, Ziele und Anliegen
Kırkbudak – Journal for the Study of Anatolian Folk Beliefs wurde zwischen 2005 und 2007 veröffentlicht. Als erste begutachtete akademische Publikation in der Türkei, die dem Feld der Alevi Studies gewidmet war, eröffnete die Zeitschrift einen wissenschaftlichen Raum für die Erforschung der multiethnischen und multireligiösen Glaubenslandschaften Anatoliens – insbesondere des Alevitentums – aus historischen, soziologischen, anthropologischen und politischen Perspektiven. Die Zeitschrift war interdisziplinären Ansätzen verpflichtet, bot Nachwuchswissenschaftler:innen Publikationsmöglichkeiten und hielt an hohen akademischen Standards fest. Ihre redaktionelle Linie legte Wert auf empirisch fundierte Feldforschung und kritisches Denken und verstand sich zugleich als unabhängig von aktuellen politischen Strömungen.
Kırkbudak zielte darauf, einen wissenschaftlichen und kritischen Beitrag zum wachsenden öffentlichen und akademischen Interesse am Alevitentum zu leisten, das insbesondere seit den 1990er Jahren deutlich zugenommen hatte. Die Zeitschrift behandelte das Alevitentum als ein historisches Glaubenssystem und untersuchte seine metaphysischen Dimensionen, sozialen Institutionen, rituellen Praktiken und mündlichen Überlieferungen. Sie unterstützte Studien, die historische Daten neu interpretieren und gegenwärtige soziologische Realitäten kritisch analysieren wollten.
Ein zentrales Anliegen der Zeitschrift war es, dem weit verbreiteten Problem von Fehlinformationen und ideologischen Verzerrungen im Zusammenhang mit dem Alevitentum und verwandten Volksglaubensformen entgegenzutreten. Zu diesem Zweck bemühte sich Kırkbudak um die Verbreitung klarer, präziser, zuverlässiger und methodisch fundierter akademischer Wissensbestände. Die Zeitschrift schuf einen Raum für historisch und systematisch fundierte Analysen unterschiedlicher Traditionen, darunter Alevitentum, sunnitischer Volksislam, Bektaschitentum, Nusayritentum, Jesidentum, Judentum, Christentum und koptisches Christentum. Wichtig ist dabei, dass die Zeitschrift nicht nur Beiträge von Akademiker:innen, sondern auch von religiösen und lokalen Wissensträger:innen willkommen hieß. Auf diese Weise förderte sie ein vielschichtiges Wissensfeld zur Erforschung von Volksglaubenssystemen.
Darüber hinaus unterstützte Kırkbudak aktiv die Beteiligung junger Forscher:innen und die Entwicklung neuer empirischer Studien. In dieser Hinsicht fungierte die Zeitschrift nicht nur als Publikationsplattform, sondern auch als akademisches Archiv der kulturellen und religiösen Landschaft Anatoliens.
Redaktion und Chefredaktion
Zwischen 2005 und 2007 gehörten dem Redaktionsteam von Kırkbudak zahlreiche Wissenschaftler:innen an, die später zu wichtigen Stimmen im Feld der Alevi Studies wurden. Viele von ihnen befanden sich zu jener Zeit noch am Beginn ihrer akademischen Laufbahn. Zu den Mitwirkenden gehörten: Ahmet Kerim Gültekin als Chefredakteur, Besim Can Zırh, Ebru Arıcan, Erdal Gezik, Hüseyin Edemir, İlhan Cem Erseven, Kamil Fırat als Chefredakteur, Mahir Ünsal Eriş, Meral Salman, Mesut Özcan, Murat Cem Demir, Z. Nilüfer Nahya, Önder Güneş, Rabia Harmanşah und Serkan Erdoğan.
Wissenschaftlicher Beirat
Der wissenschaftliche Beirat der Zeitschrift setzte sich aus etablierten Wissenschaftler:innen aus der Türkei und aus dem Ausland zusammen. Zu seinen Mitgliedern gehörten: Prof. Dr. Bahattin Akşit, Assist. Prof. Dr. Sefa Feza Arslan, Assoc. Prof. Dr. Tayfun Atay, Assoc. Prof. Dr. Suavi Aydın, Prof. Dr. Hüseyin Bal, Assist. Prof. Dr. Chris Dole, Assist. Prof. Dr. Aykan Erdemir, Dr. Tuğba Tanyeri Erdemir, Assoc. Prof. Dr. Selahattin Erhan, Prof. Dr. Cemal Kafadar, Prof. Dr. Hans-Lukas Kieser, Assoc. Prof. Dr. M. Muhtar Kutlu, Dr. Élise Massicard, Prof. Dr. Ahmet Yaşar Ocak, Dr. Sibel Özbudun, Prof. Dr. Elizabeth Özdalga, Assoc. Prof. Dr. Yağmur Say, Assist. Prof. Dr. Levent Soysal, Assoc. Prof. Dr. Helga Rittersberger-Tılıç, Assoc. Prof. Dr. Hüseyin Türk, Dr. Mustafa Şen, Prof. Dr. Nur Yalman, Assist. Prof. Dr. Ayhan Yalçınkaya, Assist. Prof. Dr. Ali Yaman, Assoc. Prof. Dr. Mesut Yeğen und Dr. Abdurrahim Özmen.
Veröffentlichte Ausgaben und Beiträge
Ausgabe 1, Winter 2005
Hamit Bozarslan, “Araştırmanın Mitosları ya da Aleviliğin Tarihsel ve Sosyal Bir Olgu Olarak Değerlendirilmesinin Zorunluluğu Üzerine”
(Die Mythen der Forschung oder über die Notwendigkeit, das Alevitentum als historisches und soziales Phänomen zu bewerten)
Nilgün Dalkesen, “15 ve 16. Yüzyıllarda Safevi Propagandalarının Anadolu’nun Dini ve Kültürel Hayatındaki Etkileri; Alevi-Kızılbaş Kimliğinin Oluşumu”
(Die Auswirkungen safawidischer Propaganda auf das religiöse und kulturelle Leben Anatoliens im 15. und 16. Jahrhundert: Die Entstehung der alevitisch-kızılbaschischen Identität)
Kamil Fırat, “Ankara’da Bir Alan Araştırması: Aleviliğin ve Dinsel Kimliğin Alevilerce Algılanması”
(Eine Feldforschung in Ankara: Die Wahrnehmung des Alevitentums und religiöser Identität durch Alevit:innen)
Ali Yaman, “Rus Araştırmacı V. A. Gordlevski’nin Alevilik-Bektaşilik Araştırmalarına İlişkin Düşünceleri”
(Die Überlegungen des russischen Forschers V. A. Gordlevsky zu Forschungen über Alevitentum und Bektaschitentum)
Ahmet Kerim Gültekin, “Beyşehir Gölü Havzasından Tunceli Dağlarına İnsan Toplumsallığının İzdüşümü Olarak Söylenceler Üzerine Bir Deneme”
(Vom Einzugsgebiet des Beyşehir-Sees bis zu den Bergen von Tunceli: Ein Versuch über Sagen als Projektionen menschlicher Sozialität)
Aykan Erdemir und Tuğba Tanyeri Erdemir, “Pinhan Tarih: Alevilik, Antropoloji ve Arkeoloji”
(Verborgene Geschichte: Alevitentum, Anthropologie und Archäologie)
Ausgabe 2, Frühjahr 2005
Aykan Erdemir, “Avrupa Komisyonu Raporlarında Aleviler”
(Alevit:innen in den Berichten der Europäischen Kommission)
Aykan Erdemir und Ahmet Kerim Gültekin, “Avrupa Komisyonu Türkiye Temsilcisi Büyükelçi Hansjörg Kretschmer ile Alevilik Üzerine Görüşme”
(Ein Gespräch über das Alevitentum mit Botschafter Hansjörg Kretschmer, dem Leiter der Delegation der Europäischen Kommission in der Türkei)
Aykan Erdemir und Ahmet Kerim Gültekin, “An Interview on Alevism with Ambassador Kretschmer, Head of the European Commission Delegation”
(Originaler englischer Titel)
Besim Can Zırh, “Avro-Aleviler: Ziyaretçi İşçilikten Ulusötesi Cemaate”
(Euro-Alevit:innen: Von der Arbeitsmigration zur transnationalen Gemeinschaft)
Mustafa Şen und Sefa Feza Arslan, “AB, Aleviler ve Türk-İslam Sentezi”
(Die EU, Alevit:innen und die türkisch-islamische Synthese)
Ahmet Kerim Gültekin, “Fakirlikten Sultanlığa: Anadolu İslam Heterodoksisinin Gelişim Sürecinde Bir Geçiş Dönemi Söylencesi”
(Von der Armut zum Sultanat: Eine Übergangssage im Entwicklungsprozess anatolischer islamischer Heterodoxie)
Stefano De Martino, übersetzt von Serkan Erdoğan, “Hitit Anadolusu’nda Müzik, Dans ve Alaylar”
(Musik, Tanz und Prozessionen im hethitischen Anatolien)
İlhan Cem Erseven, “Alevi Dergilerine Bakış”
(Ein Blick auf alevitische Zeitschriften)
Ausgabe 3, Sommer 2005
Ahmet Kerim Gültekin und Yüksel Işık, “Diyanet İşleri Başkanı Prof. Dr. Ali Bardakoğlu’yla Söyleşi”
(Ein Interview mit Prof. Dr. Ali Bardakoğlu, dem Präsidenten des Präsidiums für Religionsangelegenheiten)
Av. Hıdır Özcan, “Laiklik Açısından Diyanet İşleri Başkanlığı”
(Das Präsidium für Religionsangelegenheiten aus der Perspektive des Laizismus)
Özgür Sarı, “Türk Laikliği, Diyanet İşleri Başkanlığı ve Aleviler”
(Türkischer Laizismus, das Präsidium für Religionsangelegenheiten und Alevit:innen)
Zeki Uyanık, “Diyanet’in Alevilik Söylemi veya Entegrasyonist Misyonerlik Politikaları”
(Der Alevitentums-Diskurs der Diyanet oder integrationistische Missionspolitiken)
İlhan Cem Erseven, “Diyanet, Din Dersleri Sorunu ve Aleviler – Zorunlu mu Olsun, Sorunsuz mu?”
(Die Diyanet, das Problem des Religionsunterrichts und Alevit:innen: Soll er verpflichtend oder unproblematisch sein?)
İbrahim Bahadır, “Türkiye’de Uluslaşma, Laiklik ve Aleviler”
(Nationsbildung, Laizismus und Alevit:innen in der Türkei)
Hasan Harmancı, “Başarana Kadar Aldat: Sün Köyü Araştırmalarının Öğrettikleri”
(Täusche, bis du Erfolg hast: Was die Forschungen zum Dorf Sün lehren)
Ausgabe 4, Herbst 2005
İbrahim Bahadır, “Türk Milliyetçi Söyleminde Şamanizm ve Alevilik”
(Schamanismus und Alevitentum im türkisch-nationalistischen Diskurs)
Erdal Gezik, “Aşiret’ten Cumhuriyet’e İki Alevi Örneği: Varto ve Koçgiri”
(Vom Stamm zur Republik: Zwei alevitische Beispiele – Varto und Koçgiri)
Kamil Fırat, “Milliyetçilik Bağlamında Alevi Kimliği”
(Alevitische Identität im Kontext des Nationalismus)
Özgür Sarı, “Türk Milliyetçiliğinde İslam Dininin Etkileri ve Rolü”
(Die Wirkungen und die Rolle des Islams im türkischen Nationalismus)
Tunca Arıcan, “Türkçe Hip-Hop Sahnesindeki Bıçkın Delikanlılar”
(Toughe junge Männer in der türkischsprachigen Hip-Hop-Szene)
Aykan Erdemir, “Güvenlik ve Bilim Arasında İnanç: Bektaşilik ve Alevilik Sempozyumunun Ardından”
(Glaube zwischen Sicherheit und Wissenschaft: Nach dem Symposium über Bektaschitentum und Alevitentum)
Ausgabe 5, Winter 2006
İlhan Cem Erseven, “Alevi Örgütlenmesine Bakış”
(Ein Blick auf alevitische Organisationsstrukturen)
Önder Güneş, “Uyan(ama)mak: Aleviler ve ‘Uyanış’ın Sorgusu”
(Aufwachen oder nicht aufwachen: Alevit:innen und die Frage des “Erwachens”)
Kelime Ata, “Türkiye Birlik Partisi”
(Die Einheitspartei der Türkei)
Besim Can Zırh, “Söyleşi: Avrupa Alevi Birlikleri Konfederasyonu Başkanı Turgut Öker ile Görüşme”
(Interview: Ein Gespräch mit Turgut Öker, dem Vorsitzenden der Konföderation der Alevitischen Vereinigungen in Europa)
Reyhan Varlı Görk, “Türkiye’de Sünni Cemaatlerde Ölümün Algılanışı ve Cenaze Törenleri: İslami ve Geleneksel Ritüeller”
(Wahrnehmungen des Todes und Bestattungsrituale in sunnitischen Gemeinschaften in der Türkei: Islamische und traditionelle Rituale)
Ausgabe 6, Frühjahr 2006
İlhan Cem Erseven und M. Cem Demir, “Âşık Dertli Divani ile Söyleşi”
(Interview mit Âşık Dertli Divani)
Ayfer Karakaya-Stump, “Sinemilliler: Bir Alevi Ocağı ve Aşireti”
(Die Sinemilli: Ein alevitischer Ocak und eine Stammesgemeinschaft)
Aykan Erdemir, “Mütekevvin Alevilikler: Kent Koşullarında Dönüşen Cem Uygulamaları”
(Werdende Alevitentümer: Sich wandelnde Cem-Praktiken unter urbanen Bedingungen)
Rabia Harmanşah, “Geçmişin Saatini Kurmak: Bektaşiler, Tarih ve Zaman”
(Die Uhr der Vergangenheit stellen: Bektaschit:innen, Geschichte und Zeit)
İnan Tanrıverdi, “Alevi İnancında Hz. Ali’nin Tanrı Olduğu Düşüncesi”
(Die Vorstellung von der Göttlichkeit Hz. Alis im alevitischen Glauben)
Hüseyin Edemir, “Milliyetçi Söylemin Alevilik Yazımı Üzerine Etkisi: Kürt ve Türk Milliyetçiliğinden Karşılaştırmalı Notlar”
(Der Einfluss nationalistischer Diskurse auf die Darstellung des Alevitentums: Vergleichende Anmerkungen zum kurdischen und türkischen Nationalismus)
Mahir Ünsal Eriş, “Yahudi İnancında Dinsel Yükümlülük Altına Girme Çağı ve Töreni: Bar/Bat Mitzva”
(Alter und Zeremonie des Eintritts in die religiöse Verpflichtung im Judentum: Bar/Bat Mizwa)
Koray Değirmenci, “Küreselleşme Sürecinde Yerel ve Küresel Kültürlerin Etkileşimi: Küresel Olandan Yerel Olana mı?”
(Die Interaktion lokaler und globaler Kulturen im Prozess der Globalisierung: Vom Globalen zum Lokalen?)
Ausgabe 7, Sommer 2006
Meral Salman, “Alevi-Bektaşi Kimliğinin Oluşumunda Hacı Bektaş Şenlikleri”
(Die Rolle der Hacı-Bektaş-Festivals bei der Herausbildung alevitisch-bektaschitischer Identität)
Hüseyin Bal, “Karizmatik Bir Şahsiyet: Abdal Musa Sultan”
(Eine charismatische Persönlichkeit: Abdal Musa Sultan)
Delal Aydın, “Hegemonik Bir Proje: Nevruz”
(Nevruz als hegemoniales Projekt)
Aykan Erdemir, “Ozan Figani ve Teslimi Baba ile Londra’da Göçmen ve Alevi Olmak Üzerine Söyleşi – I”
(Interview mit Ozan Figani und Teslimi Baba über das Alevitisch- und Migrantischsein in London – Teil I)
Z. Nilüfer Nahya, “Çatışmanın Öteki Tarafı: Yahudi Fundamentalizmi”
(Die andere Seite des Konflikts: Jüdischer Fundamentalismus)
Ahmet Kerim Gültekin, “Şah Delil Berhican – Tunceli (Dersim) Aleviliği’nin Eksik Parçaları Üzerine Kısa Notlar”
(Şah Delil Berhican – Kurze Anmerkungen zu fehlenden Fragmenten des Alevitentums in Tunceli/Dersim)
Erdal Gezik, “Mithra-Düzgün-Munzur ve Ağuçan-Kures-Bamasur”
(Mithra-Düzgün-Munzur und Ağuçan-Kures-Bamasur: Eine vergleichende heilige Landschaft)
Ausgabe 8, Herbst 2006
Fulya Doğruel, “Etnisite, Kimlik ve Yaşam Stratejileri: Nusayri Alevilerine Bir Bakış”
(Ethnizität, Identität und Lebensstrategien: Ein Blick auf nusayritische Alevit:innen)
Ayhan Aydın, “Nusayri İnanç ve Toplum Önderlerinden Nasrettin Eskiocak’la Söyleşi”
(Interview mit Nasrettin Eskiocak, einem religiösen und gesellschaftlichen Repräsentanten der Nusayr:innen)
Ergin Sertel, “Toplumsal Olgu Olarak Nusayrilik (Arap Aleviliği)”
(Nusayritentum, arabisches Alevitentum, als soziales Phänomen)
İhsan Çetin, “Mardin Çevresi Arapları: Mihalmiler ve Kökenleri”
(Die Araber:innen der Region Mardin: Die Mihalmis und ihre Herkunft)
Mahir Ünsal Eriş, “Yahudiliğin ‘Dinlenme’ Günü: Şabat”
(Der “Ruhetag” des Judentums: Schabbat)
Özgür Bal-Uzun, “‘Orada Bir Cemaat var mı?’: Ankara Ermenileri Arasında Cemaat Kimliği”
(“Gibt es dort eine Gemeinde?”: Gemeindliche Identität unter Armenier:innen in Ankara)
Selin Ceylan, “Edirne’deki Çingene/Roman Toplumunun Yurttaşlık Profili”
(Das Staatsbürger:innenprofil der Roma-Gemeinschaft in Edirne)
Aykan Erdemir, “Ozan Figani ve Teslimi Baba ile Londra’da Göçmen ve Alevi Olmak Üzerine Söyleşi – II”
(Interview mit Ozan Figani und Teslimi Baba über das Alevitisch- und Migrantischsein in London – Teil II)
Ausgabe 9, Winter 2007
Aykan Erdemir, “Sünnilik Bildirgesi Gereksinimi: Türkiye’de Din-Devlet İlişkileri Sorunsalında Ezber Bozmak”
(Die Notwendigkeit einer sunnitischen Erklärung: Tabus in der Problematik der Religions-Staat-Beziehungen in der Türkei aufbrechen)
Z. Nilüfer Nahya, “İnsan Hakları Bağlamında Din ve İnanç Özgürlüğü: Bir Karşılaştırma”
(Religions- und Glaubensfreiheit im Kontext der Menschenrechte: Ein Vergleich)
Tunca Arıcan, “Kemalizm, Sekülarizasyon Süreci ve Mısır Örneği”
(Kemalismus, Säkularisierungsprozess und das Beispiel Ägypten)
Mahir Ünsal Eriş, “Türkiye Yahudi Cemaatinin Resmi Dini Temsilcisi: Türkiye Cumhuriyeti Hahambaşılığına Kısa Bir Bakış”
(Die offizielle religiöse Vertretung der jüdischen Gemeinschaft in der Türkei: Ein kurzer Blick auf das Oberrabbinat der Republik Türkei)
Ayhan Yalçınkaya, “Eşitlikçi Dışlama: Dedelik, Soy ve Siyaset”
(Egalitäre Ausschließung: Das Dedelik, Abstammung und Politik)
Koray Değirmenci, “Türk Milliyetçiliği ve Folklor Çalışmaları: Romantizm ile Aydınlanma Arasında”
(Türkischer Nationalismus und Folklorestudien: Zwischen Romantik und Aufklärung)
Hasan Harmancı, “Hüseyin Gazi Vakfı’ndan Ocaklar ve Dedelik Sempozyumu”
(Bericht von der Hüseyin-Gazi-Stiftung: Symposium über Ocak-Linien und Dedelik)
Ausgabe 10, Frühjahr 2007
Tuğba Tanyeri Erdemir, “İnanç Bilmecesinin Uzun Yolculuğu: Arkeologlar Din Olgusunu Nasıl Araştırırlar?”
(Die lange Reise des Glaubensrätsels: Wie untersuchen Archäolog:innen das Phänomen Religion?)
Talip Eke, “Erken Neolitik Dönem Anadolu’sunda Dini Amaçlı Mimari Yapı Örnekleri”
(Beispiele religiöser Architektur im frühneolithischen Anatolien)
Serkan Erdoğan, “Enuma Eliş: Babil Yaratılış Mitolojisi”
(Enuma Elisch: Die babylonische Schöpfungsmythologie)
İsmail Karakuş, “Arkeoloji Işığında Tufan Söylencesi ve Yayılımı”
(Die Sintflutsage und ihre Verbreitung im Licht der Archäologie)
Tuğba Tanyeri Erdemir und Aykan Erdemir, “İnançsal Mekanlarda Esnek Koruma: Maddi ve Manevi Kültürel Mirasa Bütüncül Yaklaşım”
(Flexibler Schutz in religiösen Räumen: Ein ganzheitlicher Ansatz zum materiellen und immateriellen Kulturerbe)
Sabır Güler, “Aleviliğin Siyasal Örgütlenmesi: (Türkiye) Birlik Partisi (TBP) Deneyimi”
(Die politische Organisation des Alevitentums: Die Erfahrung der Einheitspartei der Türkei)
Özgür Bal-Uzun, “Modern ve Gelenekselin Ötesinde: Alevi Kadınlar Arasında Bir ‘Özgürleşim Aracı’ Olarak Türbe Ziyaretleri”
(Jenseits von Moderne und Tradition: Schreinbesuche als “Mittel der Befreiung” unter alevitischen Frauen)
Mahir Ünsal Eriş, “Kültürel Müslümanlığın Türkiye Yahudiliği Üzerindeki Etkilerine Dair Bir Deneme”
(Ein Essay über die Auswirkungen des kulturellen Muslimischseins auf das Judentum in der Türkei)
Z. Nilüfer Nahya, “1914 Öncesi Ermeni Köy Hayatı”
(Buchbesprechung: Armenisches Dorfleben vor 1914)
Ausgabe 11, Sommer 2007
Hasan Şen, “Türkiye’de Din Eğitimi ve Yurttaşlık”
(Religionsunterricht und Staatsbürger:innenschaft in der Türkei)
Uygar Aydemir und Hakan Köni, “Türkiye’de Devlet, Milli Kimlik ve Din İlişkisi: Din Kültürü ve Ahlak Bilgisi Ders Kitaplarının İncelenmesi”
(Staat, nationale Identität und Religion in der Türkei: Eine Untersuchung von Schulbüchern für Religionskultur und Ethik)
Ali Yaman, “Uluslararasılaşan Din Kültürü ve Ahlak Bilgisi Dersleri Sorunu ve Konunun Almanya Boyutuna Genel Bir Bakış”
(Das internationalisierte Problem des Religionskultur- und Ethikunterrichts und ein allgemeiner Blick auf die deutsche Dimension)
Mustafa Şen und Erinç Erdal, “İmam Hatiplerin Gelişimi – Dönüşümü: ‘Aydın Din Adamı Yetiştirmek’ten ‘Arka Bahçeye’”
(Entwicklung und Transformation der Imam-Hatip-Schulen: Von der Ausbildung “aufgeklärter Geistlicher” zum “Hinterhof”)
Mehmet Ozan Aşık, “Türkiye ve Mısır Örneğinde Yükselen İslamcılık ve Dini Eğitim Üzerine Farklı Yaklaşımlar”
(Aufsteigender Islamismus und religiöse Bildung: Unterschiedliche Ansätze am Beispiel der Türkei und Ägyptens)
Mahir Ünsal Eriş, “Türkiye Yahudilerinin Sekülerleşmesi Döneminde Eğitimci Bir Din Adamı: Rabi Nisim Behar”
(Ein bildungsorientierter Rabbiner in der Phase der Säkularisierung der türkischen Jüd:innen: Rabbi Nisim Behar)
Şükrü Aslan und Sibel Yardımcı, “1934 İskan Yasası ile Tunceli’den Göç Edenlerin Belleklerinde ‘Ev’ ve ‘Memleket’ İmgeleri”
(Bilder von “Haus” und “Heimat” in den Erinnerungen der aus Tunceli infolge des Ansiedlungsgesetzes von 1934 Vertriebenen)
Barış Başaran, The Sociological Dimensions of Sectarianism
(Buchbesprechung)
Ausgabe 12, Herbst 2007
Z. Nilüfer Nahya, “Anadolu’da Bir Kayıp Yahudi Halkı: Romanyot Yahudileri”
(Ein verlorenes jüdisches Volk in Anatolien: Die romaniotischen Jüd:innen)
Karen Gerson Şarhon, “Türkiye’nin Zengin Mozaiğinin Bir Parçası: Ladino ya da Judeo-Espanyol, Nam-ı Diğer Yahudice”
(Ein Teil des reichen Mosaiks der Türkei: Ladino oder Judenspanisch, auch bekannt als “Yahudice”)
Derya F. Agiş, “Judeo-Espanyol Deyim ve Atasözlerinde Nazar İnancı”
(Der Glaube an den bösen Blick in judeo-spanischen Redewendungen und Sprichwörtern)
Mahir Ünsal Eriş, “Rabi Nisim Behar’ın Yahudi Kadınına Hitaben Yazdığı La Kaza Cudia Kitabı Üzerine”
(Über das von Rabbi Nisim Behar an jüdische Frauen gerichtete Buch La Kaza Cudia)
Rıfat Bali, “Osmanlı ve Türk Yahudileri Araştırmaları: Engeller, İmkânlar, Kaynaklar”
(Forschungen zu osmanischen und türkischen Jüd:innen: Hindernisse, Möglichkeiten, Quellen)
Melin Levent Yuna, “Açılma – Görünmezlik: Eğitimli Yahudi Yetişkin Gençleri ve ‘Ben’lik”
(Sichtbarwerden und Unsichtbarkeit: Gebildete junge jüdische Erwachsene und das Selbst)
David Ojalvo, “Yahudi Kültürü Avrupa Günü ve Türkiye’de Kutlanışı”
(Der Europäische Tag der jüdischen Kultur und seine Feier in der Türkei)
Karen Gerson Şarhon, “Türk Sefarad Müziği”
(Türkisch-sephardische Musik)
Mahir Ünsal Eriş und Z. Nilüfer Nahya, “Türkiye Aşkenazları: Moşe Grosman’la Söyleşi”
(Die Aschkenasim der Türkei: Ein Interview mit Moşe Grosman)
Avdo Karataş, “Die Juden der Türkei”
(Buchbesprechung)
H. Saim Parlar, “Mit – Tarih Karşıtlığı Bağlamında Eski Ahit”
(Das Alte Testament im Kontext des Gegensatzes von Mythos und Geschichte)
Veranstaltungen
Kırkbudak fungierte nicht nur als akademische Zeitschrift, sondern gewann auch durch Veranstaltungen zum Alevitentum und zu verschiedenen Volksglaubenssystemen öffentliche Sichtbarkeit. Die 2006 in Ankara und Istanbul organisierten Podien und Zusammenkünfte zeigten die engen Verbindungen der Zeitschrift zur akademischen Öffentlichkeit.
Am 11. Oktober 2006 fand an der Universität Ankara, Fakultät für Sprache, Geschichte und Geographie, im Muzaffer-Göker-Saal das Podium “Alevilik, Sünnilik ve Diyanet İşleri Başkanlığı” statt. Die Veranstaltung wurde von der Cultural Studies Society organisiert. Moderiert wurde sie von Assoc. Prof. Dr. Tayfun Atay. Zu den Teilnehmenden gehörten Assist. Prof. Dr. Sefa Feza Arslan, Dr. Mustafa Şen, Assoc. Prof. Dr. Tayfun Atay und Kamil Fırat als Mitglied der Redaktion.
Die Vorträge und Diskussionen des Podiums behandelten kritisch die vielschichtige Beziehung zwischen dem Alevitentum und den offiziellen religiösen Institutionen der Türkei, insbesondere dem Präsidium für Religionsangelegenheiten, der Diyanet İşleri Başkanlığı.
Am 16. September 2006 fand im Ausstellungssaal der Hacı Bektaş Veli Anadolu Kültür Vakfı der Empfang zum zweiten Jubiläum der Zeitschrift Kırkbudak statt.
Diese Veranstaltungen zeigen, dass sich Kırkbudak nicht auf die Produktion schriftlichen Wissens beschränkte. Vielmehr spielte die Zeitschrift auch eine wichtige Rolle bei der Förderung gesellschaftlicher Beteiligung im akademischen und kulturellen Raum.
Schluss
Kırkbudak – Journal for the Study of Anatolian Folk Beliefs (2005-2007) war nicht nur die erste begutachtete akademische Zeitschrift in der Türkei, die der Erforschung des Alevitentums gewidmet war. Sie war zugleich eine wegweisende Publikation, die den Boden für das heute international anerkannte Feld der Alevi Studies bereitete. Sowohl durch die Qualität ihrer Beiträge als auch durch die Möglichkeiten, die sie jüngeren Wissenschaftler:innen in ihrer Redaktion bot, verkörperte Kırkbudak eine ihrer Zeit vorausgreifende wissenschaftliche Vision.
Über das Alevitentum hinaus schuf die Zeitschrift einen wissenschaftlichen Rahmen für die Untersuchung anatolischer Volksglaubenssysteme und analysierte deren vielschichtige Strukturen aus historischen, soziologischen, anthropologischen und kulturwissenschaftlichen Perspektiven. In einer Zeit, in der politische Debatten in der Türkei akademische Diskurse leicht beeinflussen konnten, vertrat Kırkbudak eine unabhängige, interdisziplinäre und kritische Haltung. Durch die Priorisierung empirischer Forschung, die Förderung von Nachwuchswissenschaftler:innen und die Einbeziehung lokaler Wissensträger:innen entstand ein eigenständiger Raum der Wissensproduktion.
Viele Wissenschaftler:innen, die heute zu den anerkannten Stimmen der Alevi Studies zählen, veröffentlichten ihre frühen Arbeiten in Kırkbudak. Die Zeitschrift spielte eine wegweisende Rolle für die generationenübergreifende Weitergabe wissenschaftlicher Produktion. Persönlichkeiten wie Ahmet Kerim Gültekin, Besim Can Zırh, Erdal Gezik und Rabia Harmanşah gehören zu jenen, deren spätere akademische Laufbahnen auch durch ihre Beiträge zu dieser Zeitschrift geprägt wurden.
Mehr als nur eine Zeitschrift zeigte Kırkbudak, dass Wissen über das Alevitentum in einer Form produziert und mit der Öffentlichkeit geteilt werden kann, die frei von ideologischer Verzerrung ist: präzise, zuverlässig, kritisch und akademisch fundiert. In zwölf Ausgaben stellte die Zeitschrift grundlegende Fragen, die sowohl auf historischen Quellen als auch auf gegenwärtigen Problemstellungen beruhten, und verfolgte deren Beantwortung mit wissenschaftlicher Sorgfalt. Heute, da institutionelle Zeitschriften, Forschungszentren und akademische Programme im Feld fest etabliert sind, wird Kırkbudak weiterhin als ein früher Ausgangspunkt der Alevi Studies erinnert, der nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart des Feldes erhellt.