Alevitentum und Devriye: Tod und „devri daim olsun“

In diesem Video spricht Pir Ecevit Emre über das wichtige alevitische Konzept devriye. Dabei geht es um Tod, Leben und Wandlung. Im Alevitentum bedeutet Tod nicht einfach das Ende. Der can geht weiter. Er bewegt sich zwischen der sichtbaren Welt, also zahir, und der verborgenen Welt, also batın. Alles im Universum ist in Bewegung. Menschen, Tiere, Pflanzen, Steine und alle Wesen sind Teil dieser Wandlung. Pir Ecevit Emre erklärt diese Vorstellung mit gülbenkler, deyişler und Beispielen aus dem alevitischen Weg.

Im Video spricht Pir Ecevit Emre auch über Moral und Verantwortung. Im Alevitentum werden Himmel und Hölle oft nicht als feste Orte nach dem Tod verstanden. Sie werden eher als Zustände im Menschen verstanden. Der Mensch trägt Verantwortung für seine Gedanken, Worte und Taten. Gut und Böse, richtig und falsch zeigen sich im Leben des Menschen. Deshalb ist es im alevitischen Weg wichtig, das eigene öz zu erkennen und nach Wahrheit zu suchen. Der Ausdruck „devri daim olsun“ zeigt diese Vorstellung. Er bedeutet: Der Weg des can möge weitergehen. Pir Ecevit Emre erklärt auch den symbolischen Tod im ikrar und im görgü cemi. Dabei stirbt der alte Zustand des Menschen symbolisch. Der Mensch tritt neu in den Weg ein.

Diese Aufnahme entstand am 18. April 2026 in Ginsheim-Gustavsburg bei Frankfurt, in der Alevitische Gemeinde und Cemevi e.V. (Lange Streng 12, 65462 Ginsheim-Gustavsburg), im Rahmen der Reihe „Yol Önderlerinin Dilinden“ der Alevi-Enzyklopädie.
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